Klassische Tatwerkzeuge seien große Schraubenzieher, Nageleisen oder andere Hebelwerkzeuge. Daraus folge, dass die mechanischen Verriegelungen in Türen und Fenstern verstärkt werden müssen. Und genau hier setzten die Empfehlung der Polizei an, die zunächst immer in Richtung einer mechanischen Grundsicherung für Türen, Fenster und sogenannten Fenstertüren geht. Diese Elemente müssten mit einbruchhemmender Mechanik versehen sein oder umgerüstet werden. Neue Fenster oder Türen sollten der DIN 1627 in der Widerstandsklasse ab RC 2 entsprechen. Für die Beschaffenheit von Fenstergittern ist die Norm DIN 18106 einschlägig. Dabei sollte beachtet werden, dass die Abstände der waagerechten Gitterstäbe zwischen 10 und 12 Zentimeter liegen und die der senkrechten Gitterstäbe 25 Zentimeter betragen. Kreuzungspunkte müssen verschweißt sein. Ebenso muss die feste Arretierung im Mauerwerk gewährleistet sein, heißt es in der Mitteilung.

Bei Haustüren und Wohnungsabschlusstüren spielten die Schließzylinder eine wichtige Rolle. Schließzylinder sollten idealerweise einen Bohr- und Ziehschutz aufweisen. Mehrfachverriegelungen, sichere Türbänder, entsprechende stabile Türbeschläge und Schließbleche gehören, genauso wie die oben genannten Punkte, zu einer einbruchssicheren Türe.

Fenster und Türen im Bestand können in den meisten Fällen problemlos nachgerüstet werden. Hier sollten Haus- und Wohnungsbesitzer darauf achten, dass die Nachrüstung der DIN 18104 entspricht. Türen können auch nachträglich mit einer Dreifachverriegelung, mit einem Sicherheitsbeschlag, einem entsprechenden Schließblech und mit einer Verstärkung der Bandseite nachgerüstet werden. Empfohlen werden ferner Zusatzschlösser und Panzerriegel. Kellerfenster und Kellerlichtschächte sollten ebenfalls einbruchhemmend gestaltet sein.

Was an welcher Stelle in Frage kommt, kann abschließend ein seriös arbeitender Handwerker entscheiden. Handwerker, die sich über das Landeskriminalamt Stuttgart weiterbilden ließen, sind in einer sogenannten Errichterliste aufgeführt. Die Errichterliste liegt den örtlichen Einbruchsberatern vor, sie kann aber auch über den Internetauftritt der Polizei Baden-Württemberg unter der Adresse www.polizei-bw.de aufgerufen werden.

Mechanische Sicherungen, die sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, stehen im Bereich Einbruchschutz an erster Stelle. Sie sind die wesentliche Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz.

Eine sinnvolle Ergänzung des mechanischen Grundschutzes kann eine zusätzlich installierte Einbruchmeldeanlage darstellen. Diese verhindert zwar keinen Einbruch, erhöht jedoch für den Einbrecher das Entdeckungsrisiko. Eine Einbruchmeldeanlage sollte auch einen Überfallalarm auslösen können. Wie im Bereich der Mechanik gibt es auch im Bereich der Alarmanlagen geprüfte Produkte und einen fachgerechten Einbau.

Normen hierfür sind die VDE 0833 Teil 1 bis 3, die Europäische Norm EN 15131 und ergänzende Richtlinien des Verbandes der Schadensversicherer in Deutschland (VdS).

Auch im Bereich der Alarmanlagen empfiehlt die Polizei gelistete Handwerkbetriebe, die ebenfalls, wie viele andere nützlichen Informationen, auf der Internetseite www.polizei-bw.de abgerufen werden können. Weiterhin stellen die Präventionsportale www.polizei-beratung.de und www.k-einbruch.de vielfältige Information rund um das Thema Einbruchschutz zur Verfügung.

In jedem Landkreis des Polizeipräsidiums Tuttlingen steht den Bürgern ein sicherungstechnischer Berater für alle Fragen des Einbruchsschutzes zur Verfügung. Außerdem sind in jedem Landkreis Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen vorhanden, die in ihren Räumlichkeiten Sicherungstechnik zum Anschauen und Anfassen bereitstellen. Im Landkreis Tuttlingen sei dieser erreichbar unter Telefon 0 74 61/94 11 53.