Das Ergebnis war ein denkbar knappes zwischen dem amtierenden Bürgermeister Dr. Christian Ruf und Simon Busch, dem Geschäftsführer der Bundesakademie Trossingen und eingefleischten Rottweiler. Ruf erhielt 40,27 Prozent der Stimmen, Simon Ruf 38,45 Prozent. Kai Jehle-Mungenast, Bezirksvorsteher von Stuttgart-Vaihingen, der sich als Nicht-Rottweiler bewarb, landete abgeschlagen bei 16,11 Prozent.

Noch viel weiter abgeschlagen: Joachim Bloch, Anwalt aus Tuttlingen-Möhringen, der für die AfD antrat und nur 4,57 Prozent einfahren konnte. Erstaunlich: Sogar im Wahlbezirk Hegneberg, wo bei den letzten Wahlen die AfD stark punkten konnte, erhielt Bloch nur 10,08 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,52 Prozent. Am Hegneberg einem Stadtteil, der einst für die vielen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion gebaut wurde, holte Simon Busch sein zweitbestes Ergebnis mit 45,8 Prozent. Christian Ruf landete hier bei 29,33 Prozent.

Christian Ruf und Simon Busch gleich auf

Zahlreiche Rottweiler hatten sich am Sonntagabend vor dem alten Rathaus in der Fußgängerzone versammelt, um auf der großen Leinwand die Auszählung zu verfolgen. Am schnellsten fertig damit waren die sogenannten „Bergdörfer“, die Stadtteile Feckenhausen, Zepfenhan und Neukirch.

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Nun wird es also einen zweiten Wahlgang geben, bei dem auf jeden Fall die beiden Favoriten Busch und Ruf gegeneinander antreten werden.

Kai Jehle-Mungenast mit Ehefrau Anna Jehle.
Kai Jehle-Mungenast mit Ehefrau Anna Jehle. | Bild: Moni Marcel

Kai Jehle-Mungenast möchte nämlich erst einmal eine Nacht drüber schlafen und dann bekannt geben, ob er noch einmal antritt. „Ich habe den Wahlkampf sehr ernsthaft betrieben“, betonte er, in den letzten Wochen wohnte mit seiner Frau und dem kleinen Sohn in Rottweil. „Dass das schwer wird, habe ich mir schon gedacht.“ Aber es sei ihm wichtig gewesen, den Rottweilern eine Alternative zu bieten.

Zweiter Wahlgang in drei Wochen

„Das war das von vielen erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen, und ich freue mich über das Ergebnis“, so Dr. Christian Ruf, nachdem das Ergebnis um 19.15 Uhr fest stand. Er bedankte sich bei allen, die für ihn gestimmt hatten und betonte: „Das werden jetzt nochmal drei spannende Wochen.“

Christian Ruf (Mitte) verfolgt die Auszählung der Stimmen.
Christian Ruf (Mitte) verfolgt die Auszählung der Stimmen. | Bild: Moni Marcel

Auf jeden Fall mit Vollgas weitermachen, das möchte Simon Busch. „Es war ein sehr schöner Abend, ein sehr gutes Ergebnis. Ich fühl mich auf Schlagdistanz.“ Er werde das jetzt erst einmal auf sich wirken lassen und morgen dann eine Strategie für die nächsten drei Wochen aufstellen.

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Angetreten, aber nur um zu spielen, war auch die Rottweiler Stadtkapelle in feinem dunklen Zwirn. Mit einstudierten Märschen für den Fall, dass die Stadt ein neues Oberhaupt hat. „Wenn nicht, trinken wir ein Bier“, meinte einer. Und das taten die Musiker dann auch.

Simon Busch unterhält sich während dem Warten auf das Endergebnis.
Simon Busch unterhält sich während dem Warten auf das Endergebnis. | Bild: Moni Marcel

Prognose hängt von Kai Jehle-Mungenast ab

Eine Prognose für den zweiten Wahlgang in drei Wochen wird schwierig, könnte aber davon abhängen, ob Kai Jehle-Mungenast erneut seinen Hut in den Ring wirft. Denn dann könnte er als CDU-Mitglied Christian Ruf, der von der CDU unterstützt wird, Stimmen kosten. Möglich wäre auch, dass es weitere Bewerber gibt. Einer davon, der Unternehmer Dieter Albrecht, hat sich im ersten Wahlgang in Stellung gebracht, nicht ganz offiziell: Seinen Namen solle man doch in die leere Zeile auf dem Stimmzettel schreiben, warb er. Und: Mit ihm werde es 2028 keine Landesgartenschau in Rottweil geben.