Kräftige Sturmböen haben am Donnerstagabend im Südwesten Bäume entwurzelt und zu Verkehrsbehinderungen geführt. In Dornhan im Kreis Rottweil stürzte ein Podium bei einer Fastnachtsveranstaltung um und verletzte vier Menschen. Zunächst hatte die Polizei angenommen, es handle sich um ein Baugerüst. Das Gestell stürzte am Donnerstagabend auf rund 50 verkleidete Zuschauer, wie die Polizei mitteilte. Eine 56-Jährige kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Ein siebenjähriges Mädchen und zwei 46 und 58 Jahre alten Frauen erlitten leichte Verletzungen. Die restliche Teilnehmer der Veranstaltung blieben unverletzt. Das Podium soll beim Rosenmontagszug als Rednerbühne dienen und wieder aufgebaut werden.

Auf der Strecke der Kinzigtalbahn zwischen Wolfach und Schiltach wurde durch eine umgestürzte Tanne für rund zwei Stunden der Zugverkehr unterbrochen. Im Raum Reutlingen flogen Bauzäune auf eine Fahrbahn, verletzt wurde dadurch niemand.

Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht zum Freitag alle Unwetterwarnungen für das Flachland wieder auf. Nur noch in den Hochlagen bestehe Gefahr von orkanartiger Böen, sagte ein Meteorologe des Wetterdienstes.

Probleme gab es auch am Wuppertaler Hauptbahnhof, wie eine Bahnsprecherin sagte. Kurz vor dem Bahnhof stürzte ein Baum auf die Oberleitung und auf einen ICE. Die rund 70 Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht. Der liegengebliebene ICE verursachte weitere Verspätungen anderer Züge. Bei Aachen stürzte ein Baum auf einen Thalys-Zug. In Bremen stürzte bereits am Nachmittag ein sieben Meter hoher Baum auf einen stehenden Zug. Verletzt wurde dabei niemand, teilte die Feuerwehr mit. In dem Zug saßen etwa 50 Reisende.

Am Dortmunder Bahnhof und auf mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen konnten zwischenzeitlich keine Züge fahren. Sperrungen gab es auch in Niedersachsen, Baden-Württemberg Schleswig-Holstein, die alle in der Nacht wieder aufgehoben wurden. Lediglich nahe Frankfurt am Main bleibt die Strecke zwischen Niedernhausen und Idstein auch am Freitagvormittag gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Nach seinen Angaben gab es am späten Donnerstagabend zwar keine großen Zwischenfälle, aber eine beträchtliche Summe kleinerer Störungen.

In Köln, wo die Rettungskräfte ohnehin wegen der Karnevalsfeiern im Großeinsatz waren, zählte die Feuerwehr am Abend bereits mehr als 150 Einsätze. Ein Autofahrer wurde dadurch schwer verletzt, dass ein im Sturm umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Der etwa 25 Meter hohe Baum demolierte noch zwei weitere Fahrzeuge.

In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt. In Düsseldorf beendeten die Karnevalisten wegen des schlechten Wetters ihr Bühnenprogramm zu Altweiber vorzeitig. Für den Rosenmontag sagt der Deutsche Wetterdienst eine entspanntere Lage mit etwas Regen voraus. Mit einem Sturm wie im vergangenen Jahr wird nicht gerechnet.

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