Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat Anklage bei der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil gegen den 40 Jahre alten kroatischen Staatsangehörigen Drazen D. wegen des Verdachts des Mordes in drei Fällen und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erhoben.

Der Mann soll am Abend des 14. September in Villingendorf im Landkreis Rottweil seinen sechsjährigen Sohn, den neuen Partner seiner Ex-Frau sowie dessen Cousine mit einem Repetiergewehr erschossen haben. Die Mutter des Sechsjährigen hatte damals fliehen können. Danach flüchtete der Beschuldigte und konnte erst nach fünf Tagen gefasst werden, nachdem zwei Hinweisgeber die Polizei alarmiert hatten.

Vor der Tat hatte sich die damalige Lebensgefährtin von dem Angeschuldigten im Februar 2017 getrennt. Sie waren Eltern eines im Jahr 2011 geborenen Sohnes, der nach der Trennung bei seiner Mutter blieb. "Die Trennung wurde von dem Angeschuldigten nicht akzeptiert. Dieser soll seine frühere Lebensgefährtin in der Folgezeit mehrfach bedroht haben", teilte die Staatsanwaltschaft Rottweil am Mittwoch mit. "Eine vor dem Amtsgericht Tuttlingen geschlossene Vereinbarung, die ein Annäherungsverbot des Angeschuldigten an seine bisherige Familie enthielt, soll von diesem nicht eingehalten worden sein", so die Ankläger weiter.

Der 40-Jährige sich dann im August 2017 in Kroatien oder Serbien das Repetiergewehr gekauft haben, um dann am Abend des 14. September zu dem Haus in Villingendorf zu fahren, in dem seine frühere Lebensgefährtin mit ihrem neuen Partner und ihrem Sohn lebte.

"Nach den Ermittlungen ist davon auszugehen, dass der Angeschuldigte auf der Terrasse der Wohnung auf die Mutter seines Sohnes, deren neuen 34 Jahre alten Lebensgefährten sowie dessen 29-jährige Cousine traf", so die Staatsanwaltschaft. Der Angeschuldigte soll dann unmittelbar auf den Wohnungsinhaber und auf dessen Cousine sowie seinen ebenfalls anwesenden Sohn mehrere Schüsse abgegeben haben. Der Wohnungsinhaber sowie der kleine Sohn starben unmittelbar am Tatort an ihren schweren Schussverletzungen. Die angegriffene junge Frau konnte von den herbeigerufenen Rettungskräften noch ins Krankenhaus gebracht werden, wo sie ebenfalls noch am 14. September starb.

Der Angeschuldigte war nach seiner Flucht am Nachmittag des 19. September in Rottweil-Neufra vorläufig festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Nach der Tat wurde eine – inzwischen aufgelöste – 60-köpfige Sonderkommission „Hochwald“ mit den Ermittlungen in dem Fall beauftragt.