Die Leidenschaft und die Begeisterung für die Handwerkskunst des Schindelmachens ist Heinz Feder bei jedem Satz anzumerken. In dritter Generation ist seine Familie jetzt in diesem Handwerk tätig. Nach Jahren, in denen sich nur wenige für Häuser mit Holzschindeln interessierten und eher Faserzementplatten verarbeitet wurden, erleben die Holzschindeln jetzt eine Renaissance.

Video: Cornelia Putschbach

Heinz Feder, der mit 73 Jahren ganz allmählich ans Kürzertreten in seinem Dachdeckerbetrieb in Erdmannsweiler denkt, möchte sein Wissen über das Schindelmachen deshalb an jüngere Generationen weitergeben. Er hat sich deshalb entschieden regelmäßig Kurse anzubieten.

In dritter Generation übt Heinz Feder die Kunst des Schindelhandwerks aus. Nach Jahren, in denen Holzschindeln kaum noch gefragt waren, erlebt das Handwerk jetzt wieder eine Renaissance. Heinz Feder gibt sein Wissen in Kursen an Laien und Fachleute weiter. Bild: Cornelia Putschbach
In dritter Generation übt Heinz Feder die Kunst des Schindelhandwerks aus. Nach Jahren, in denen Holzschindeln kaum noch gefragt waren, erlebt das Handwerk jetzt wieder eine Renaissance. Heinz Feder gibt sein Wissen in Kursen an Laien und Fachleute weiter. Bild: Cornelia Putschbach
Nicht nur gerade Dachflächen gilt es mit Schindeln einzudecken. Schwierig wird es bei eingebundenen Kehlen oder zum Beispiel auch an Graten und dem Trauf. Bild: Cornelia Putschbach
Nicht nur gerade Dachflächen gilt es mit Schindeln einzudecken. Schwierig wird es bei eingebundenen Kehlen oder zum Beispiel auch an Graten und dem Trauf. Bild: Cornelia Putschbach

Die Kurse sind gefragt. Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesland. Die Liebe zum Werkstoff Holz lockt Zimmerleute und Dachdecker ebenso an wie Architekten, Bauherren und interessierte Laien.

In seiner Werkstatt hat Heinz Feder einen eigenen Raum eingerichtet, in dem an großen Modellen gearbeitet werden kann. Zum Gespräch mit dem SÜDKURIER sind ehemalige Kursteilnehmer hinzugekommen, die Heinz Feder in der Begeisterung für die Arbeit mit den Schindeln nur wenig nachstehen.

Video: Cornelia Putschbach
Zimmermeister und Restaurator Herbert Storz arbeitet an einem Modell in der Werkstatt von Heinz Feder. In einem Kurz ließ er sich in die Kunst des Schindelhandwerks einführen, um es im eigenen Betrieb anwenden zu können. Bild: Cornelia Putschbach
Zimmermeister und Restaurator Herbert Storz arbeitet an einem Modell in der Werkstatt von Heinz Feder. In einem Kurz ließ er sich in die Kunst des Schindelhandwerks einführen, um es im eigenen Betrieb anwenden zu können. Bild: Cornelia Putschbach

Herbert Storz zum Beispiel ist Zimmermeister und Restaurator in St. Georgen-Brigach. Immer wieder trifft er in seinem Beruf auf Holzschindeln, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Das Angebot eines Kurses bei Heinz Feder kam ihm deshalb sehr gelegen. „Wenn sich jetzt eine Arbeit in diesem Bereich für mich ergibt, weiß ich, was zu tun ist“, sagt Herbert Storz.

Hartmut Lübben hat sein eigenes Haus nach Anleitung von Heinz Feder mit Schindeln verkleidet. Er war schon im ersten Kurs mit dabei und hat mittlerweile sogar seinen Söhnen schon einiges beibringen können. Bild: Cornelia Putschbach
Hartmut Lübben hat sein eigenes Haus nach Anleitung von Heinz Feder mit Schindeln verkleidet. Er war schon im ersten Kurs mit dabei und hat mittlerweile sogar seinen Söhnen schon einiges beibringen können. Bild: Cornelia Putschbach

Hartmut Lübben ist Lehrer im Ruhestand. Seit 20 Jahren arbeitet er unter Anleitung von Heinz Feder immer wieder an der Schindelfassade seines Hauses. Im Kurs gibt es immer wieder etwas Neues für ihn zu erlernen, das er dann auch gerne seinen Söhnen weitergibt. „Eine Schindelfassade ist für mich wie eine zweite Haut des Hauses. Sie vermittelt ein ganz heimeliges Wohngefühl“, begründet Hartmut Lübben seine Begeisterung.

Andreas Dannenberg zeichnet an, wie er die Schindeln exakt anbringen möchte. An dieser Stelle ist exaktes Arbeiten gefragt. Bild: Cornelia Putschbach
Andreas Dannenberg zeichnet an, wie er die Schindeln exakt anbringen möchte. An dieser Stelle ist exaktes Arbeiten gefragt. Bild: Cornelia Putschbach

Aus Nagold sind Andreas Dannenberg und Raul Garcia nach Erdmannsweiler zu den Kursen von Heinz Feder gekommen. Beide sind noch in der Ausbildung zum Dachdecker, Andreas Dannenberg im dritten Lehrjahr, Raul Garcia im ersten Lehrjahr. Ihr Betrieb, die Dachdeckerei Benath und Enderle hat sie zum Kurs angemeldet. Die beiden Auszubildenden sind begeistert so von der Erfahrung von Heinz Feder zu profitieren und Einblicke in ein ganz altes Handwerk zu bekommen.

So sollen fachmännisch angebrachte Schindeln später auf dem Dach aussehen. Am Modell in der Weikstatt von Heinz Feder haben Kursteilnehmer schon gute Arbeit geleistet. Bild: Cornelia Putschbach
So sollen fachmännisch angebrachte Schindeln später auf dem Dach aussehen. Am Modell in der Weikstatt von Heinz Feder haben Kursteilnehmer schon gute Arbeit geleistet. Bild: Cornelia Putschbach

Zwei Tage dauert ein Schindel-Kurs bei Heinz Feder. In insgesamt 16 Stunden erlernen die Teilnehmer die notwendige Theorie und natürlich auch die Praxis. Materialkunde steht ebenso auf dem Plan wie zum Beispiel die Herstellung und Pflege der Holzschindeln oder auch die Verlegearten und die Bedarfsermittlung.

Fertige Schindeln liegen in der Werkstatt von Heinz Feder zur Verarbeitung bereit. Fassadenschindeln stellt er selbt her. Dachschindeln kauft er meist zu. Bild: Cornelia Putschbach
Fertige Schindeln liegen in der Werkstatt von Heinz Feder zur Verarbeitung bereit. Fassadenschindeln stellt er selbt her. Dachschindeln kauft er meist zu. Bild: Cornelia Putschbach

Er selbst schwört bei Schindeln auf Fichten- und Lärchenholz, sagt Heinz Feder. Natürlich könnte man unter anderem auch Zedernholz nehmen, gibt er zu. Fragt dann aber: „Warum soll man das Holz soweit durch die Gegend fahren, wenn wir hier gutes Holz haben?“ Das Holz muss für gute Schindeln dann so gespalten werden, dass „die Jahresringe des Baumes in der Schindel stehen.“ Nur dann liegt das Holz später ruhig und „schüsselt nicht“, verrät Heinz Feder eines der Geheimnisse guter Schindeln. Fassadenschindeln stellt Heinz Feder noch heute meist selbst her. Dachschindeln bezieht er von außerhalb. „Da lohnt sich das Selbermachen leider nicht mehr“, sagt er.

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Ein weiteres Geheimnis liegt in der Berücksichtigung der Naturgesetzte beim Schlagen des Holzes, weiß der Fachmann. Wenn man das Holz nach dem Mondkalender schlägt und idealerweise auch noch wintergeschlagenes Holz verwendet, ist es noch besser. Man merkt: Für Heinz Feder ist die Liebe zum Detail wichtig. „Dieses Wissen ist es, was nicht verloren gehen darf“, ist Heinz Feder überzeugt und freut sich bereits auf den nächsten Kurs mit wissbegierigen Teilnehmern.