„Hurra, es spektakelt wieder – und ein herzliches Willkommen zum 22. Burgspektakel im Garten“: Mit dieser Einladung hatten die Theatermacher des Burgspektakel-Vereins im Vorfeld geworben. Da man in diesem Jahr nicht auf der Burgruine Waldau spektakeln kann, sollte zur Premiere der Eigenproduktion kurzerhand in den Garten der Zinzendorfschulen ausgewichen werden. Die Schule hatte diesen zur Verfügung gestellt.

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Dass es am Premierenabend jetzt doch nicht in den Garten ging, war dann den unsicheren Wetterprognosen geschuldet. Der Garten wäre als Aufführungsort einfach zu unsicher gewesen, sagt die Vorsitzende des Vereins, Uschi Biebinger. Ungeachtet des Vorstellungsortes – es wurde dann doch das Haus des Gastes, wo nur 40 Zuschauer zugelassen waren – geriet die Eigenproduktion, die sich mit der alles beherrschenden Pandemie auseinandersetzt, zu einem großen Erfolg. Mit dem Lied „Ein bisschen Burg muss sein“ eröffneten die Protagonisten einen Reigen aus bunten Gedichten, Liedern, politischen Statements und Querdenker-Philosophien.

Echos der ersten Welle

In dem Stück – die Autoren Gunter Schwarz, Dieter Mauch und Klaus Richter bezeichneten es als „Szenische Lesung & mehr“ – verarbeiten die drei, unterstützt von vielen Vereinsmitgliedern, Bekanntes und Unbekanntes aus dem Pandemiegeschehen. Mit den „Echos der ersten Welle“ informierten die Laienschauspieler, ein kleines Chörle und eine Handvoll Musiker, über die Entstehungsgeschichte der weltweiten Pandemie und verglichen im ersten Kapitel das Pandemiegeschehen mit der Pest, die 1311 die Stadt Villingen heimsuchte. Auch damals habe es viele gute Ratschläge gegeben, und auch damals habe sich über die gut gemeinten Ratschläge eines Arztes ein riesiger Shitstorm ausgeschüttet.

Gespickt mit sich fast wöchentlich ändernden Aussagen der mit dem Pandemiegeschehen konfrontierten Politiker, den gutgemeinten Tipps zur Bevorratung von vorzugsweise Klopapier und Erstaunen über ein weiterhin funktionierendes und gewinnbringendes Geschehen an den Börsen der Welt, hangelte sich das Theatergeschehen, der ersten Welle folgend, von Datum zu Datum. Für die gelungene Aufführung gab es am Ende stehenden Applaus von den Premierengästen.

Nie geprobt

„Wir haben das nie zusammen geprobt – die Premiere war eigentlich unsere Generalprobe“, berichtet Uschi Biebinger von den Schwierigkeiten im Vorfeld. Die meisten ihrer Schauspielkollegen hätten ihren Text wohl nur ein paarmal gelesen, bevor sie auf der Bühne standen, meint sie. Viele seien auch im Vorfeld mit der Organisation befasst gewesen, denn ab dem Startschuss für die diesjährige Veranstaltung und der Premiere habe man nur etwa vier Wochen Zeit gehabt. Eine Aufführung auf der Burgruine Waldau, dem klassischen Aufführungsort des Burgspektakels, sei nicht in Frage gekommen, dafür sei der organisatorische Aufwand für das auf vier Veranstaltungstage geschrumpfte Festival einfach zu groß gewesen, so Biebinger.