Weit über den Erwartungen lag das Interesse am Vortrag zur Energiewende, wie diese gerade im Buchenberg auf der Gemarkung „Halden“ geplant ist. Rund 100 Interessenten wollten sich im Haus des Gastes über das Projekt und die Photovoltaik-Technik informieren. Bürgermeister Fritz Link zeigte sich von „diesem Ansturm“ beeindruckt.

Das Ziel: die Bürger sollen mitmachen

„Nichts ist dringender als der Ausbau der regenerativen Energien, wie Photovoltaik“, betonte der Rathauschef. Der Königsfelder Gemeinderat habe den Entwurf des Bebauungsplanes erarbeitet, derzeit geht es um die Offenlage, erklärt Link weiter. „Was wir erwirken wollen, ist, dass sich Bürger am Projekt beteiligen, wozu die Gründung einer Bürgergenossenschaft führen soll.“ Es sei auch möglich, mit einer bestehenden Genossenschaft zusammenzuarbeiten, so Link.

Cornelia Ernst war mit ihrem Kollegen Christian Schäble von der Energiekontor AG Solar Süddeutschland angereist. Beide ergänzten sich im Vortrag. Um den Zuhörern einen Überblick zu geben, erläutert Cornelia Ernst das Geschäftsmodell anhand der Leistungsbilanz. In über 120 Wind- und Solarparks wurden mehr als 600 Windkraftanlagen und 105.000 Module errichtet.

Christian Schäble, Bürgermeister Fritz Link, Cornelia Ernst und Lukas Winkler (von links) informieren die Besucher über die Möglichkeit ...
Christian Schäble, Bürgermeister Fritz Link, Cornelia Ernst und Lukas Winkler (von links) informieren die Besucher über die Möglichkeit einer Bürgergenossenschafts-Gründung. | Bild: Werner Müller

„Pro Jahr werden über zwei Milliarden Kilowattstunden, was 800.000 Haushalten entspricht, produziert.“ Im aktuellen Eigenbestand sind derzeit über 30 Wind- und Solarparks mit über 260 Megawatt Leistung vorhanden. Um die angekündigten Klimaziele zu erreichen werden für die Solarenergie 2,5 Prozent der Fläche der Bundesrepublik benötigt, sagt Cornelia Ernst.

13.000 Euro fürs Gemeindesäckel

Die anvisierte Buchenberger Gesamtanlage leiste rund 5,43 Megawatt, was Strom für bis zu 1830 Haushalten entspricht. Desweiteren könnten rund 5490 Personen diesen Strom nutzen. Der Einspeisepunkt liege voraussichtlich 1,1 Kilometer entfernt. Bei 30-jähriger Nutzung könne die Gewerbesteuer der Gemeinde rund 13.000 Euro einbringen.

Cornelia Ernst betonte, dass das zur Verfügung stehende Gelände mit 5,5 Hektar Fläche zweigeteilt ist. Zweimal im Jahr muss die Fläche gemäht werden. Es gibt auf der Fläche keine Bodenversiegelung. Die größere Fläche nahe dem Wald erhält als Auflage, dass der Abstand der Solarpanele zum Wald 30 Meter betragen muss. Als Baubeginn ist das 3. Quartal 2023 vorgesehen. Die Kosten betragen rund fünf Millionen Euro. An Eigenkapital, was die Bürgergenossenschaft betreffen wird, sind 1,6 Millionen Euro erforderlich. Wird eine Genossenschaft gegründet, übernimmt diese den Solarpark als Betreiber.

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Lukas Winkler vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband erklärt verschiedene Bürgergenossenschaften und deren Funktionsweise. Zunächst werden zur Gründung der Genossenschaft Bürger aus Königsfeld berücksichtigt. Jeder und jede kann mit einem selbst gewählten Betrag einsteigen. Käme der notwendige Eigenanteil nicht in der Gemeinde zustande, könne der Kreis in Nachbarorte erweitert werden, so Lukas Winkler.

„Es ist auch etwas Fachwissen notwendig, wenn man sich beispielsweise im Vorstand der Genossenschaft einbringen möchte“, betonte Bürgermeister Link. Jedenfalls wäre der Genossenschaftsverband Baden-Württemberg bereit, an der Gründung mitzuwirken.

Der Aha-Moment des Abends

Auf Vorschlag aus den Reihen der Zuhörer ließ der Bürgermeister Handzeichen geben, wer an einer Bürgergenossenschaft Interesse hätte. Dabei erlebte nicht nur Fritz Link, sondern alle Anwesende einen Aha-Moment, denn annähernd die Hälfte der Anwesenden hob die Hand.