Seit einigen Wochen hat der Eine-Welt-Laden Ujamaa, betrieben vom gleichnamigen Verein, in Königsfeld wieder geöffnet. Allerdings nur noch vormittags von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Der Grund: Die meisten der elf festen, ehrenamtlichen Mitarbeiter – hinzu kommen sechs Aushilfen – gehören, so sagt es Renate Siebörger vom Verein, der Risikogruppe an. „Einige sind über 80, es sind auch junge Rentner dabei. Nur zwei Leute sind nicht im Rentenalter“, berichtet Siebörger. Auch sie und ihr Mann Dietrich Siebörger seien zur Zeit „aus dem aktiven Dienst beurlaubt“, sagt die 80-Jährige.

„Viele bedauern, dass der Kontakt wegfällt“, erzählt Siebörger. Neben der „sinnvollen Arbeit“ im Laden wie sie es nennt, diene das Geschäft auch als sozialer Treffpunkt. Vor Corona seien jeden Vormittag Leute gekommen, um auch mal einen Kaffee zu trinken.

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Einnahmen fehlen, Ausgaben steigen

Nicht nur der Kontakt, auch die Einnahmen fehlen. Dazu kommen Kosten, um die Hygienemaßnahmen im Laden umzusetzen wie ein Spuckschutz an der Kasse. „Wir haben ein gutes Finanzpolster, aber das ist jetzt angefressen“, sagt Siebörger. In den vergangenen Monaten seien allerdings nach einem Aufruf des Vereins viele Spenden zusammengekommen. Darüber freut sich Renate Siebörger, schließlich gehe es bei dem Eine-Welt-Laden „um eine Sache, die wichtig ist“.

Bitte an Kunden: auf Mehrwertsteuerreduzierung verzichten

Um das wirtschaftliche Leben in Entwicklungsländern auch weiterhin zu unterstützen, hat der Vorstand des Vereins nun entschlossen, die Kunden darum zu bitten, auf die Mehrwertsteuerreduzierung zu verzichten. „Unsere Preise sollen auch von Juli bis Dezember so bleiben, wie sie es waren“, äußert sich der Verein. Die entsprechende Summe möchte der Verein dem Deutschen Institut für ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen spenden, das sich weltweit für den Kampf gegen die Corona-Pandemie einsetzt.

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Der Verein zählt laut Renate Siebörger etwa 30 Mitglieder und setzt sich seit 35 Jahren für fairen Handel ein. Ehrenamtliche Helfer werden zur Zeit gesucht. Wer im Laden aushelfen möchte, kann sich bei Dietrich und Renate Siebörger melden (07725-3657).