Das Sterben, im speziellen der Grabaushub bei Erdbestattungen, wird drastisch teurer. Statt bisher rund 400 Euro müssen Angehörige in Königsfeld künftig 655 Euro und damit 63,7 Prozent mehr für den Aushub eines Reihen- beziehungsweise Wahlgrabes bezahlen. Dies war das Ergebnis der Auftragsvergabe des Gemeinderats an die Firma Staiger aus Neuhausen in Höhe von knapp 80 000 Euro.

Große Nachfrage nach „Baum-Urnengräbern“

Wie Ortsbaumeister Jürg Scheithauer in der Ratssitzung am Mittwoch erläuterte, habe der bisherige Dienstleister Franz Klausmann den Vertrag mit der Gemeinde zum Ende diesen Jahres gekündigt. Die Erdarbeiten für den Grabaushub auf den kommunalen Friedhöfen seien deshalb in beschränkter Form neu ausgeschrieben worden. Berücksichtigt worden sei dabei die rege Nachfrage nach der neuen Bestattungsform „Baum-Urnengrab“.

Nur eine Firma hat Interesse

Von sieben angefragten Firmen aus dem direkten Umland hätten drei ihr Interesse bekundet. Letztlich sei nur ein Angebot eingereicht worden, bedauerte Scheithauer. Da dieses deutlich über den bisherigen Einheitspreisen gelegen habe, seien nochmals zwei Unternehmen zur Abgabe eines Gebots aufgefordert worden. „Ein besseres Ergebnis ist dabei nicht herausgekommen. Fairerweise muss gesagt werden, dass die bisherigen Preise aus der Ausschreibung vom Frühjahr 2002 stammen und es 2010 lediglich eine moderate Preisanpassung gegeben hat“, klärte der Ortsbaumeister auf.

Preisvergleich nur teilweise möglich

Gleich um 71 Prozent teurer wird ein Kindergrab. Hier kostet der Erdaushub statt 355 Euro nun 607 Euro. Das Urnengrab steigt von 201 Euro auf 250 Euro oder um 24,1 Prozent. Für das neue Baum-Urnengrab müssen 208 Euro bezahlt werden. Ein Preisvergleich mit Nachbarkommunen sei aufgrund unterschiedlicher Gebührensatzungen nur zum Teil möglich. Da liege Königsfeld zwischen 31 Prozent und 257 Prozent höher, so Scheithauer.

Bedauern beim Bürgermeister

Bürgermeister Fritz Link bedauerte die Kündigung von Klausmann, der all die Jahre sehr zuverlässig gearbeitet habe. „Die Preissprünge sind natürlich schmerzlich. Ich sehe allerdings kaum Chancen, nochmals neu auszuschreiben, um ein besseres Ergebnis zu bekommen“, so Link.

Kostensicherheit ist wichtig

Ratsmitglied Hans Mack (Freie Wähler) wollte wissen, ob eine Beauftragung im Stundenlohn nicht die billigere Variante darstelle. Es bestehe die Gefahr, wog Scheithauer ab, dass es witterungsbedingt zu uneinheitlichen Abrechnungen zwischen dem Unternehmer und den Angehörigen kommen könne. Dies spreche sich herum und könne nicht im Sinne der Hinterbliebenen sein. Diese bräuchten Kostensicherheit. „Der Unternehmer muss ausgraben und vor dem Zuschütten eine Pause einlegen. In dieser Zeit kann er kaum andere Aufträge erledigen“, schilderte Scheithauer die nicht einfache Sachlage. Davon ließ sich Mack überzeugen und stimmte der Auftragsvergabe ebenso zu wie alle anderen Ratsmitglieder. Die Firma Staiger wird die Aufgabe zum 1. Januar 2021 übernehmen.

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