Beim Reizthema „Standort für einen Mobilfunksendemast„ im Ortsteil Burgberg kann die Gemeinde die nächsten Schritte angehen. Die Untersuchung zweier weiterer Standorte, Nummer neun und zehn, brachten keine besseren Ergebnisse als der bislang favorisierte Standort acht in der Weilerner Straße. Daher werde es wohl bei diesem Areal bleiben, so Bürgermeister Fritz Link jetzt bei einer Infoveranstaltung für die Bürger. Wenn Ortschafts- und Gemeinderat dies in ihren nächsten Sitzungen auch offiziell beschlossen haben, ist die Deutsche Telekom am Zug.

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Nachdem das Thema in der Sitzung des Ortschafts- und Gemeinderats im Mai für viele Emotionen gesorgt hatte, ging es bei der mehrfach geforderten Infoveranstaltung nun gesitteter zu. Trotzdem musste Link die Besucher wiederholt ermahnen, die Diskussionskultur zu wahren und nicht durcheinander zu reden. Link wies in seiner Einleitung erneut darauf hin, dass die Gemeinde bewusst die Verpflichtung eingegangen sei, beim Suchlaufverfahren der Deutschen Telekom für einen Mast-Standort mitzuwirken.

Diplom-Physiker Thomas Gritsch referiert in der Infoveranstaltung über Grenzwerte und Strahlenbelastung in der Mobilfunktechnik. Der Gesundheitsschutz habe einen sehr hohen Stellenwert. Bilder: Lothar Herzog
Diplom-Physiker Thomas Gritsch referiert in der Infoveranstaltung über Grenzwerte und Strahlenbelastung in der Mobilfunktechnik. Der Gesundheitsschutz habe einen sehr hohen Stellenwert. | Bild: Lothar Herzog

Es seien insgesamt acht Standorte durch den unabhängigen Sachverständigen Thomas Gritsch vom TÜV-Süd untersucht und die Ergebnisse im Ortschafts- und Gemeinderat vorgestellt worden. „Wir werten den Gesundheitsschutz für die Bürger sehr hoch und orientieren uns bei den Grenzwerten der Strahlenbelastung an niedrigeren schweizerischen Werten“, bekräftigte der Bürgermeister. Link ließ die Schelte von Walter Borowski, der die Infoveranstaltung als Farce bezeichnete, da seiner Meinung nach die Entscheidung über den Standort schon vorher gefallen sei, unkommentiert.

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Auf Wunsch des Ortschaftsrats und mehrerer Bürger sind nochmals zwei Standorte untersucht worden, die nach Beurteilung von Gritsch keine besseren Resultate lieferten. Sachlich und verständlich erläuterte der Diplom-Physiker im Detail die Entwicklung der Mobilfunktechnik und der damit verbundenen Strahlenbelastung. Er kam zu folgendem Fazit: „Selbst bei einem Vollausbau des Standorts acht mit je sechs Anlagen dreier Netzbetreiber, wofür die Einwohnerzahl in Burgberg zu klein ist, werden die Schweizer Vorsorgewerte von fünf Volt pro Meter an der nächsten Bebauung unterschritten“.

Argument: Häuser verlieren an Wert

Auch in der Diskussions- und Fragerunde zeigte sich der Experte auskunftssicher, wenngleich mancher Besucher sich schwer damit tat, dass ein höherer und von der Bebauung weiter entfernter Sendemast eine größere Strahlenbelastung erzeugt als ein niedriger, der näher zur Siedlung platziert ist. Argumente der Bürger gegen den Standort acht lauteten, dass die Landschaft verschandelt werde und die Häuser in der Nähe des Sendemasts an Wert verlören. Ins Schmunzeln geriet Gritsch, als ein älterer Besucher fragte, wozu ein Sendemast überhaupt benötigt werde.

„Es braucht den Masten in Burgberg„

Wie Burgbergs Ortsvorsteher Tomas Lemcke einräumte, habe sich der Rat von den Standorten neun und zehn mehr erhofft, als jetzt herausgekommen sei. Den Zahlen und Fakten von Gritsch müsse vertraut werden, er sei der Fachmann. „Fast jeder will sein Handy nutzen, weshalb es den Masten in Burgberg braucht“, appellierte Lemcke an die Vernunft.

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