Endlich ist es so weit: Ab dem 20. Juni soll auch das Solara-Freibad in Königsfeld seine Pforten wieder öffnen. Bis es so weit ist, müssen aber alle coronabedingten Auflagen der Landesregierung umgesetzt werden – und die haben es in sich.

Véronique Kühn kann von ihrem Arbeitsplatz aus den kompletten Badebetrieb überwachen.
Véronique Kühn kann von ihrem Arbeitsplatz aus den kompletten Badebetrieb überwachen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Verkündet war die Wiedereröffnung der Freibäder durch das Ministerium für Soziales und Integration schnell. Bis die neue Verordnung mit allen Details vorlag sollte es dann aber doch noch bis zum vergangenen Donnerstag dauern.

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„Das ist ein erheblicher personeller und finanzieller Zusatzaufwand, den wir da stemmen müssen“, erklärt Bürgermeister Fritz Link. Und weiter: „Das wird dieses Jahr nicht das Baden im Freibad sein, wie wir es gewohnt sind. Vieles muss sich leider ändern“. Dennoch sind Link und sein Team zuversichtlich, dass sie alles termingerecht schaffen und den Freibadfreunden und Familien wieder ein kleines bisschen neuer Normalität bieten können. Und die bedeutet, dass sich auf der Liegewiese pro zehn Quadratmeter nur jeweils eine Person beziehungsweise Familie aufhalten darf. Das gleiche gilt im Schwimmbecken. Im Nichtschwimmerbecken darf es sogar eine Person auf nur vier Quadratmetern sein. Generell gilt auch im Freibad überall die Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern. Solch ein Regelwerk in einem Freibad umzusetzen, erfordert einige Kreativität.

Das Freibad Solara in Königsfeld bereitet sich auf die Wiedereröffnung unter Corona-Auflagen ab dem 20. Juni 2020 vor.
Das Freibad Solara in Königsfeld bereitet sich auf die Wiedereröffnung unter Corona-Auflagen ab dem 20. Juni 2020 vor. | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Wie ist ab jetzt der Zugang geregelt? Hier hat man sich entschlossen, einen Dreischichtbetrieb einzuführen, um sicherzustellen, dass sich nie zu viele Gäste gleichzeitig im Bad aufhalten und auch die Besucherströme entkoppelt werden. Das erste Zeitfenster ist von 10 bis 13 Uhr, das zweite von 13.30 bis 16.30 Uhr und das letzte schließlich von 17 bis 20 Uhr. Dazwischen liegt immer eine halbe Stunde Pause, um den Wechsel der Gäste steuern und alle Griffflächen und Anlagen desinfizieren zu können. Da jeweils maximal 300 Personen im Bad sein dürfen, ist eine vorherige Online-Reservierung über die Webseite der Gemeinde erforderlich. Wer keinen Internetzugang hat, kann das auch analog bei der Tourist-Info erledigen. Am Eingang wird es dann Abstandsmarkierungen für die Wartenden geben. Dort kann man dann ganz normal bezahlen, auch mit Bargeld. Damit es im Eingangsbereich nie zu eng zugehen kann, werden die Badegäste über das Tor auf der Südseite wieder heraus geleitet.
Angelika Scherzinger vom Ortsbauamt ist froh, dass wenigstens die Duschen im Beckenbereich wieder benutzt werden dürfen.
Angelika Scherzinger vom Ortsbauamt ist froh, dass wenigstens die Duschen im Beckenbereich wieder benutzt werden dürfen. | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Wie ist die Regelung im Sanitärbereich? Die Toiletten sind geöffnet und der Babywickelraum steht weiterhin zur Verfügung. Auch das Umziehen in den Umkleidekabinen ist möglich, einzig die großen Sammelumkleideräume bleiben verschlossen. Leider müssen auch Waschräume mit den Warm-Duschen geschlossen bleiben.
Bürgermeister Fritz Link bespricht Angelika Scherzinger vom Ortsbauamt wie die Abstände im Bereich der Kleiderschränke organisiert werden müssen.
Bürgermeister Fritz Link bespricht Angelika Scherzinger vom Ortsbauamt wie die Abstände im Bereich der Kleiderschränke organisiert werden müssen. | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Und wo kann man sein Handtuch ausbreiten? Die große Liegewiese bietet genügend Kapazität, so dass die Verwaltung den Liegebereich in kleine, mit Pflöcken markierten Parzellen einteilt, um sicherzustellen, dass auch hier alle Auflagen problemlos eingehalten werden können.
Die Toiletten und der Babywickleraum können benutzt werden.
Die Toiletten und der Babywickleraum können benutzt werden. | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Wie ist das Schwimmen im Becken geregelt? Der Beckenbereich ist abgetrennt, mit einem separaten Ein- und Ausgang. Im gesamten Becken dürfen sich maximal 100 Personen gleichzeitig aufhalten. Damit hier jeder eine Chance hat, wird es sechs Schwimmzeiten mit je einer halben Stunde geben. Wer wann schwimmen darf, wird über ein Farbarmband geregelt, das die Badegäste beim Eintritt erhalten. Das Kinderplantschbecken ist davon nicht betroffen, allerdings dürfen sich auch dort immer nur 16 Personen gleichzeitig aufhalten. Auch die Sprungtürme und die große Rutsche dürfen benutzt werden, ebenfalls mit dem gebotenen Abstand in der Warteschlange.
Die Sammelumkleideräume müssen leider verschlossen bleiben.
Die Sammelumkleideräume müssen leider verschlossen bleiben. | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Wird der Kiosk geöffnet sein? Hier gibt es keine besondern Einschränkungen, denn es gelten die inzwischen üblichen Abstandsregelungen für Gastronomiebetriebe.
Dieses Tor im südlichen Bereich wird als Ausgang genutzt werden.
Dieses Tor im südlichen Bereich wird als Ausgang genutzt werden. | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Wie entwickeln sich die Eintrittspreise? Um all das zu regeln, muss die Gemeinde mehr temporäres Personal einstellen. Wer also noch etwas dazu verdienen möchte, könne sich im Rathaus melden, so Bürgermeister Link. Da hier nun erhebliche Zusatzkosten entstehen, werden derzeit die Eintrittspreise neu kalkuliert. Leider wird es deshalb vorerst auch keine Saison- oder Zehnerkarten mehr geben können.
Schwimmmeistrin Véronique Kühn zeigt Bürgermeister Fritz Link, wie sie die Online-Reservierungen am Eingang einscannen und kassieren kann.
Schwimmmeistrin Véronique Kühn zeigt Bürgermeister Fritz Link, wie sie die Online-Reservierungen am Eingang einscannen und kassieren kann. | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Was können die Gäste selbst tun? „Um alles so erträglich wie möglich zu halten, setzen wir vor allem aber auch auf die Eigenverantwortung der Gäste“, merkt Fritz Link noch an. „Denn nur wenn sich jeder an die Auflagen hält, können wir das so organisieren, damit vor allem auch wieder möglichst viele Familien in den Genuss eines Freibadbesuches kommen können.“

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