Das ist ärgerlich: Nachdem die Einrichtung einer zweiten Gruppe mit 15 Plätzen beim Naturkindergarten Zauberwald kurz vor der Inbetriebnahme steht, trifft die Hiobsbotschaft ein.

90.000 Euro Kosten

Die Baurechtsbehörde des Landratsamts hat die Aufstellung eines weiteren Bauwagens und eines Tipis zwar genehmigt, allerdings mit der Auflage, dass ein unterirdischer Löschwasserteich für den Brandfall zur Verfügung steht. Der kostet rund 90.000 Euro und ist für die Gemeinde nicht finanzierbar.

Kindergarten seit 13 Jahren

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr berichtete Bürgermeister Fritz Link über die seiner Meinung nach völlig überzogene Forderung der Behörde. Seit 13 Jahren gebe es den Kindergarten Zauberwald mit den aufgestellten Bauwagen.

„Vergraben – falls der Wald brennt“

Jetzt plötzlich müsse für die Aufstellung eines weiteren Bauwagens und eines Tipis ein Brandwasserteich mit 30 Kubikmetern vorhanden sein, „der auch noch vergraben werden muss, falls der Wald mal brennt“. Dies sei nicht nachvollziehbar, weshalb der Trägerverein als Betreiber ins Widerspruchsverfahren gegangen sei, informierte der Bürgermeister.

Die Feuerwehr reicht angeblich nicht

Für den Bau dieses Löschteichs müsste die Gemeinde rund 90.000 Euro in die Hand nehmen. Das könne sie nicht stemmen. Dabei besitze die Feuerwehr insgesamt sieben wasserführende Fahrzeuge mit jeweils 1000 Litern Wassertank.

Kubik über Kubik

Dies werde aber nur mit fünf Kubikmetern berücksichtigt, so dass es trotzdem noch ein Löschteich mit einem Volumen von 25 Kubikmetern brauche. „Der Brandschutz ist ein wichtiges Thema, das nehmen wir sehr ernst. Trotzdem halten wir die Forderungen des Landratsamts für unverhältnismäßig und widerspricht dem Grundsatz einer sparsamen Haushaltsführung“, rügte Link.

„Landschaftbild verschandelt“

Vom Alternativvorschlag der Behörde, beim Wanderparkplatz Gaienbühl einen oberirdischen Wasserbehälter aufzustellen und einzuzäunen, hält der Bürgermeister ebenfalls nichts und urteilte: „Da wird das Landschaftsbild verschandelt.“

Lösung mit Aquavilla?

Mit der Wasserversorgung Aquavilla werde nun geprüft, ob eine 300 Meter vom Standort des Waldkindergartens entfernt verlaufende Förderleitung zum Hochbehälter beim Sportplatz Neuhausen für eine Löschwasserentnahme durch einen Hydranten angezapft werden könne. Link und der Trägerverein hofften, mit diesem Vorschlag mit der Baurechtsbehörde einen Konsens zu finden.

Es geht um 15 weitere Kita-Plätze

Wegen knapp werdenden Kinderbetreuungsplätzen in den kirchlichen und kommunalen Einrichtungen hatte der Ausschuss für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales im Juni dieses Jahres beschlossen, den Waldkindergarten um eine zweite Gruppe zu erweitern. Von den 15 Betreuungsplätzen sollten fünf Plätze für auswärtige Kinder vorgehalten werden.

An Investitionskosten fielen für einen Bauwagen und ein Tipi-Zelt 58.600 Euro an, die vom Bund mit 40.600 Euro gefördert werden. Von den verbleibenden 18.000 Euro übernimmt der Trägerverein 5000 Euro, wodurch die Gemeinde noch 13 000 Euro beisteuern muss. Die bisherigen Personalkosten von jährlich 135.000 Euro werden sich einschließlich der Kosten für die Betreuung eines inklusiven Kindes und der Leitungsfreistellung auf 256.500 Euro erhöhen.