Der Entwurf der dritten Änderung des Bebauungsplans „Kurgebiet„ (vormals Tonishof) im vereinfachten Verfahren kann in die öffentliche Auslegung gehen. Wenn keine wesentlichen Bedenken eingehen, kann ein Satzungsbeschluss noch vor den Sommerferien erfolgen.

Damit nimmt der geplante Bau von insgesamt sechs Mehrfamilienhäusern des Investors Top Bau Villingen im Bereich Hermann-Vorland-Straße, Saarbrücker Weg, Mozartweg und Sebastian-Kneipp-Weg eine weitere Hürde. In der Sitzung des Gemeinderats stellte Planerin Irina Esterlein vom Architekturbüro Wick und Partner Stuttgart die aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher Belange eingegangenen Stellungnahmen sowie die von ihr getroffenen Abwägungen vor. Gegenüber dem Vorentwurf in der Februar-Sitzung habe es nur punktuelle Anpassungen im zeichnerischen Teil gegeben, die Baugrenzen seien unverändert geblieben. Die geforderten Gutachten lägen alle vor und erfüllten jeweils die Richt- und Grenzwerte.

Eine Verkehrszunahme in der Hermann-Voland-Straße werde es geben, die aber verträglich sei. Der Anregung der Unteren Naturschutzbehörde, vorhandene Hecken, Gehölze, und Gebüsche weitgehend zu erhalten, könne nur teilweise entsprochen werden, da es sich um einen umfassenden baulichen Eingriff handle. Zum Ausgleich würden Ersatzpflanzungen vorgenommen. Das Rodungsverbot zur Vogelbrut- und Aufzuchtzeit vom 1. März bis 30. September werde berücksichtigt, versicherte die Planerin. Die Bedenken eines Nachbarn, wonach durch die Bebauung Konflikte mit dem Betreiber eines Gasthauses vorprogrammiert seien und diese zu Betriebsbeeinträchtigungen des Lokals führen könnten, wurden zurückgewiesen.

Die Behauptung der Einwender, dass Abstände gegenüber früheren Plänen deutlich verringert worden seien, stimme nicht. Der Bauherr müsse die Abstandsanforderungen der Landesbauordnung einhalten, verwies Esterlein. Bürgermeister Fritz Link (CDU) ergänzte, diese Flächen seien bereits seit den 1970er-Jahren für die Bebauung festgelegt und daran sei nichts verändert worden. „Eine grüne Wiese, die bisher nicht bebaut wurde, kann nicht auf ewig so bleiben“, bekräftigte der Bürgermeister. Rätin Beate Meier (Bündnis 90/Die Grünen) vermisste eine eindeutige Beschreibung in den örtlichen Bauvorschriften, wonach Schottergärten verboten sind. Außerdem bat sie darum, Sträucher und Hecken für den ökologischen Ausgleich zu pflanzen, die deutlich niedriger als fünf Meter hoch wüchsen und auch nach einem Rückschnitt wieder blühten. Diese Anregung, versprach Link, werde er mit aufnehmen. Einstimmig billigte das Ratsgremium den Planentwurf und beauftragte die Verwaltung, diesen für vier Wochen im Rathaus öffentlich auszulegen.

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