Mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Ostrand Süd II“ kommen die Zinzendorfschulen in Königsfeld dem schon lange währenden Wunsch nach einer Mehrzweckhalle näher. Wie Ortsbaumeister Jürg Scheithauer in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch wiederholte, brauche es für die Ansiedlung der Märkte Aldi und Rossmann einen Grundstückstausch mit der Brüdergemeine. Seitens der Zinzendorfschule liege bereits eine Entwurfsplanung für den Neubau einer Sporthalle vor. Darauf basierend sei eine Änderung und Erweiterung des bestehenden Bebauungsplans „Ortsrand Süd“ erforderlich. Der Geltungsbereich müsse um jene Flächen vergrößert werden, die die Gemeinde an die Brüderunität veräußere und der Erschließung, Errichtung baulicher Anlagen und dem naturschutzrechtlichen Ausgleich diene. Da es sich bei dem Sporthallenbau um ein Vorhaben der Innenentwicklung handle, könne das beschleunigte Verfahren ohne Umweltprüfung und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung angewendet werden, schilderte Scheithauer.

Inzwischen über 1000 Schüler

Schul-Wirtschaftsleiter Tobias Banholzer sagte, das Thema Sporthalle beschäftige die Zinzendorfschule schon seit langem. Mit über 1000 Schülern sei es höchste Zeit, in die Zukunft zu blicken und eine eigene Sportstätte zu bauen. Laut Architekt Reiner Ketterer wurde schon vor über 20 Jahren ein erster Entwurf für eine Sporthalle erstellt. „Jetzt besteht die Chance, da mal weiter zu kommen“, bekräftigte er und verriet erste Details. Denen zufolge sind eine multifunktionale Zweifeld-Sporthalle mit einer Größe von 45 Meter mal 25 Meter mit Nebenräumen für Umkleide und Technik im Untergeschoss und der Bau von vier Klassenzimmern im EG geplant. Bei Bedarf könnten darauf aufstockend nochmals vier Klassenzimmer hergestellt werden. Der barrierefreie Zugang erfolgt von Westen her. Die Außenfassade ist in Holz gehalten, das Flachdach mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Aufgrund des feuchten Untergrunds sind sieben bis acht Meter tiefe Betonpfähle für die Gründung des Baukörpers erforderlich.

Für den geplanten Bau einer Sporthalle für die Zinzendorfschulen müssen die Garagen am unteren rechten Bildrand weichen. Außerdem fallen zehn bestehende Parkplätze weg, es werden aber circa 35 Stellplätze neu errichtet. Bild: Hans-Jürgen Götz
Für den geplanten Bau einer Sporthalle für die Zinzendorfschulen müssen die Garagen am unteren rechten Bildrand weichen. Außerdem fallen zehn bestehende Parkplätze weg, es werden aber circa 35 Stellplätze neu errichtet. Bild: Hans-Jürgen Götz

Bürgermeister Fritz Link sprach von einem ambitionierten Entwurf, für den die Gemeinde die rechtlichen Voraussetzungen schaffen werde. Ratsmitglied Heinz Kammerer (CDU) erkundigte sich, ob für Besucher eine Galerie vorgesehen sei, um sportliche Wettkämpfe zu verfolgen. Während Banholzer auf reinen Schulsport der Einrichtung verwies, nannte Ketterer finanzielle Gründe, weshalb dies nicht geplant sei. Der bisherige Entwurf sei allerdings noch nicht in Stein gemeißelt. Rätin Marielle Lupfer (Bündnis 90/Die Grünen) plädierte für eine bunte Außenfassade. Außerdem wollte sie wissen, wer die Kosten für die Verlegung der überirdischen 20-KV-Stromleitung bezahle und weshalb die Mittel für den Flächentauschvertrag nicht im Haushalts-Planentwurf 2021 veranschlagt seien. Hierzu lautete die Antwort des Bürgermeisters: „Die Verlegung der Stromleitung wird die Gemeinde 25 000 Euro kosten. Wenn wir uns anstrengen und die Gutachten rasch erstellt sind, können beide Bebauungspläne frühestens im September 2021 Rechtskraft erlangen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass der Vertrag noch 2021 vollzogen wird. Gebaut werden kann wohl erst im Frühjahr 2022“.

Eine Enthaltung

Mit einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat, den Bebauungsplan „Ortsrand Süd“ zu ändern und zu erweitern und das beschleunigte Verfahren einzuleiten. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, die erforderlichen Planungsleistungen zu vergeben.

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