Bürgermeister Fritz Link stellt gleich zu Beginn der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs fest: „Wir stehen im dritten Jahr in Folge vor einem schwierigen Haushaltsjahr.“ Sein Motto, angelehnt an das Autofahren: „Vorsichtiges Fahren auf Sicht.“

Große Herausforderung für Kommunen

Dass der Ukraine-Krieg auch Auswirkungen auf Königsfeld hat, darauf weist Bürgermeister Link hin. So sind insgesamt 183 Menschen aus der Ukraine im Ort untergebracht. Davon sind 80 in der Parkstraße vom Landratsamt zugewiesen, weitere 103 Flüchtlinge sind im Gemeindegebiet Königsfelds untergebracht.

Eine große Herausforderung für alle Kommunen. Fritz Link berichtet von einem offenen Brief von Baden-Württembergischen Wirtschaftsverbänden an Ministerpräsident Wilfried Kretschmann, in dem Vertreter der 1001 Städte und Gemeinden, der 35 Landkreise auf Fehlentwicklungen im Bundesland hinweisen.

Die Auswirkungen der Energiepreise sind auch im Ort spürbar, was sich in einigen Haushaltsplaninhalten durchschlägt. Zum Thema Energiesparen erklärt der Bürgermeister, dass eine Reha-Einrichtung die Heizungstemperatur nicht herunterfahren könne.

„Wir können nur das Nötigste bewältigen.“
Fritz Link, Bürgermeister

Doch für die Gemeinde ist dieses Thema durchaus wichtig. Nachdem die ehemals kameralistische Buchführung mit dem Abbilden der Ein- und Auszahlungen das Haushaltsjahr abbilden, werden mit dem neuen Doppik-Verfahren der gesamte Ressourcenverbrauch dargestellt. Das bedeutet, dass Abschreibungen aus dem Ergebnishaushalt zu erwirtschaften sind.

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Entsprechend der Zahlen im Finanzhaushalt stehen 1,518 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir können nur das Nötigste bewältigen“, so der Bürgermeister. So werde die Gemeinde gezwungen, im Gewerbegebiet Erdmannsweiler eine neue Löschwasserzisterne zu bauen, da die bisher vorhandene Zisterne im Dorf 100 Meter außerhalb der vorgeschriebenen Entfernung des 300 Meter Radius liegt. Wird nicht gebaut, werden keine Baugenehmigungen im Industriegebiet erteilt.

Innerhalb der Verwaltung werde überlegt, die Nutzungsmöglichkeiten der Sporthalle zu erweitern. Nämlich zu einer Festhalle, unter anderem durch den Einbau einer Küche. Es bestehe nach der Aussage von Fritz Link durchaus Bedarf an einer größeren Halle, die der Einwohnerzahl entsprechend genutzt werden kann.

Herrnhuter Sterne leuchten reduziert

Das Thema der Herrnhuter Sterne als Weihnachtsbeleuchtung hat sich dahingehend erledigt, dass die insgesamt 47 Sterne, sieben davon mit LEDs, der Rest mit relativ neuen Sparlampen ausgestattet, reduziert leuchten werden. Von 5.30 Uhr bis 6.30 Uhr und ab 17 Uhr bis 22.30 Uhr. An Kosten gehe es um 61 Euro.

Ein Herrnhuter Stern neben der Verpackung.
Ein Herrnhuter Stern neben der Verpackung. | Bild: Göbel, Nathalie

Zwölf Sterne werden von privaten Haushalten betrieben, 35 sind an die Straßenbeleuchtung gekoppelt. Wichtiger sei, insgesamt Energie zu sparen, so Fritz Link. Dass das Thema den Sitzungsraum der nichtöffentlichen Sitzung verlassen hat, ermahnt Fritz Link, dass „wir an die Verschwiegenheit gebunden sind“.

Gästeaufkommen stark reduziert

Die Kurbetriebe weisen, so Link, einen Fehlbetrag auf. „Der private Bettenmarkt liegt deutlich unter den Erwartungen“, sagt Link. Und ergänzt: „Wir sind dran, neue Bettenkapazitäten zu schaffen.“

Kurgeschäftsführerin Andrea Hermann erläutert die Kalkulation des höchstzulässigen Kurtaxensatzes für Königsfeld. Infolge der Corona-Pandemie und der Energiekostensteigerung mit der damit verbundenen Inflation, war der Kurbetrieb und das Gästeaufkommen in der Gemeinde stark reduziert. Zur Neuberechnung wurden die Übernachtungszahlen für 2023 auf der Grundlage der Jahre vor der Corona Pandemie geschätzt. Letztmals geändert wurde die Kurtaxe im Oktober 2021.

Nach der erstmaligen Beratung im Gemeinderat werden bis zur abschließenden Sitzung am 21. Dezember insgesamt 13 Vorberatungen notwendig, um den Haushaltsplan zur Beschlussfassung zu bringen.