Die Aufstellung des Königsfelder Haushaltsplans 2021 gestaltet sich schwierig und erfordert Kompromisse. In der Ratssitzung lag den Gemeinderäten eine Liste der Verwaltung von zahlreich gestrichenen Positionen mit einem Volumen von 624 000 Euro vor. Darunter beispielsweise die Beschaffung von Tabletts für den digitalen Sitzungsdienst für 22 000 Euro. Und wohl auch für 2022 muss der Gürtel deutlich enger geschnallt werden, wie Bürgermeister Fritz Link in seiner Haushaltsrede anklingen ließ.

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Den Haushaltsplan-Entwurf 2021 stellte er unter das Motto: „Spagat zwischen Einnahmeausfällen und Investitionsbedarf“. Aufgrund sinkender Steuereinnahmen durch die Corona-Pandemie und höheren Aufwendungen für Umlagen und Personalausgaben könne die Gemeinde die Abschreibungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro nicht erwirtschaften und schließe den Gesamtetat mit einem Verlust von 961 000 Euro ab. Dieser könne durch die gute Eigenkapitalausstattung zumindest in der Bilanz ausgeglichen werden, schilderte Link.

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Da keine Steuererhöhungen, wohl aber Gebührenanpassungen und keine Kreditneuaufnahme geplant sind, muss zur Finanzierung der dringendsten Investitionen auf die Liquiditätsreserve von 2,3 Millionen Euro zurückgegriffen werden. Nach dem Rekord-Investitionsvolumen von 3,2 Millionen Euro in 2019 werden sich die Investitionen im kommenden Jahr auf bescheidene 1,14 Millionen Euro reduzieren. Hierzu gehören unter anderem der erste Bauabschnitt des Breitbandausbaus im Kernort und Ortsteil Buchenberg mit 488 000 Euro. Die Dachsanierung des Kindergartens Arche in Königsfeld wird 176 000 Euro kosten und für rund 100 000 Euro sollen Straße und Wege saniert werden. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED im Wohngebiet Winterberg verursacht 80 000 Euro Kosten, die Digitalisierung der drei Grundschulen 55 000 Euro. 50 000 Euro sollen für eine Kunstvitrine beim Albert-Schweitzer-Haus bereitgestellt werden.

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Darüber hinaus sollen begonnene Projekte wie Umbau Feuerwehr-Gerätehaus Buchenberg (179 000 Euro) und Neubau Tennisheim im Bodelschwinghweg (150 000 Euro) vollendet werden. Trotz aller widrigen Umstände könne der Schuldenstand zum Ende des Jahres 2021 im Kernhaushalt auf 1,92 Millionen Euro oder 321 Euro je Einwohner gesenkt werden. Mit den Schulden des Abwasserzweckverbands (199 Euro) und der Wasserversorgung (104 Euro) komme die Gemeinde auf eine niedrige Gesamt-Pro-Kopf-Verschuldung von 624 Euro, hob Link hervor.

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Von der Streichliste zeigte sich Rat Stefan Giesel (SPD) wenig begeistert. „Die Kappung der Pausenhofsanierung der Grundschule Neuhausen geht zu Lasten der Kinder. Wir werden einen Investitionsstau aufbauen und ich weiß nicht, wie wir den wieder loskriegen“, tadelte Giesel. „Einen Investitionsstau wird es geben. Ich vertraue jedoch darauf, dass sich die finanzielle Situation in drei bis vier Jahren wieder bessert“, sagte Fritz Link. Thomas Fiehn (Freie Wähler) fand die Vorgehensweise genau richtig. „Da, wo wir investieren, muss uns das wirtschaftlich auch etwas bringen. Die Sanierung einer Straße mit Rissen kann durchaus geschoben werden“.