Die Gemeinde Königsfeld wird spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2022 zu wenig Betreuungsplätze in den Kindergärten haben und muss jetzt handeln. Geplant wird die Einrichtung einer weiteren Kinderkrippe im Kindergarten Buchenberg und eine zweite Regelgruppe in der Einrichtung in Erdmannsweiler.

Nach Auskunft von Bürgermeister Fritz Link hat eine Bedarfsabfrage im Frühjahr ergeben, dass Mitte des Jahres 2022 die Betreuungsplätze nicht mehr ausreichten. Im Kindergarten Neuhausen und Buchenberg gebe es bereits jetzt eine Warteliste für das neue Kindergartenjahr. Freie Plätze stünden noch im Kindergarten Weiler und Buchenberg zur Verfügung. Im Ergebnis fehlten neun Krippenplätze und bei Kindern über drei Jahre sechs Plätze. „Dies ist nicht dramatisch, aber wir müssen darauf vorausschauend reagieren“, betonte der Bürgermeister.

Gesplittete Lösung favorisiert

Es seien alle möglichen Alternativen untersucht worden. Ein Neubau in Buchenberg koste rund 550 000 Euro, das könne die Gemeinde nicht finanzieren. In Erdmannsweiler sei zu wenig Platz für einen Anbau. Deshalb werde eine gesplittete Möglichkeit an beiden Standorten bevorzugt, übergab Link die Erläuterungen an Ortsbaumeister Jürg Scheithauer. Ihm zufolge kann in einem circa 45 Quadratmeter großen Raum im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses, den bisher der Kirchenchor zum Proben nutzte und der direkt unter dem Kindergarten liegt, durch Umbauten eine Kinderkrippe mit zehn Plätzen eingerichtet werden. Durch den Einbau einer Treppe können die Kinder in den Schlafraum im Erdgeschoss gelangen. Eine bestehende südliche Außentreppe soll verglast und als Zugang genutzt werden. Im Erdgeschoss brauche es noch ein separates Besprechungszimmer.

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Förderung vom Land

Die Pläne müssten mit dem kommunalen Landesverband abgestimmt werden. Er sei aber zuversichtlich, dass von dort Zustimmung komme, so Scheithauer, der die Kosten auf 164 000 Euro bezifferte. Vom Land erhält die Gemeinde eine Förderung von 120 000 Euro, womit ein Eigenteil von lediglich 44 000 Euro verbleibt.

Rätin Birgit Helms (SPD) sprach vom sukzessiven Beschneiden von Kirchenräumen, für die es dringend Alternativen brauche. „Das stimmt so nicht. Es gibt in Buchenberg gute Raumreserven für kirchliche Gruppierungen und darüber werden wir mit Pfarrer Ewald Förschler reden. Die bisherige Planung ist einvernehmlich mit der Kirchengemeinde erfolgt“, wies der Bürgermeister die Vorwürfe von sich.

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Der Kindergarten Erdmannsweiler hat laut Link eine Betriebserlaubnis für zwei Regelgruppen mit maximal 44 Plätzen. Dort ist bisher eine Gruppe mit 25 Kindern untergebracht, eine zweite könne durch bauliche Veränderungen problemlos eingerichtet werden. Hierzu zählt nach Darstellung von Scheithauer die Erweiterung der Garderobe, wofür ein bisheriger Materialraum verwendet wird. Durch Aufweitung und Einbau einer Trennwand entstehen zwei separate Gruppenräume. Ein Defizit besteht im Sanitärbereich, wofür es Raumreserven gibt und was laut Ortsbaumeister mit dem Gesundheitsamt vorbesprochen ist. Der überdachte Eingangsbereich soll teilweise für einen Leiterinnenraum ausgebaut werden. Eine Kostenschätzung liegt bei 130 000 Euro, die Förderung bei 70 000 Euro.

Ratsmitglied Thomas Fiehn (Freie Wähler) hörte von Problemen mit der Kindergartenleiterin und bat um Aufklärung. Erdmannsweilers Ortsvorsteher Armin Wursthorn sprach von einem Missverständnis. Leiterin Sybille Storz trage den Ausbau mit und sei bereit, künftig auch einen zweigruppigen Kindergarten zu leiten, versicherte Wursthorn.

Der Gemeinderat befürwortete das Vorhaben einstimmig.