Im ganzen Land sind Kindergärten und Schulen derzeit wegen der Coronakrise geschlossen. Auch alle Schüler der Zinzendorfschulen in Königsfeld sind momentan daheim bei ihren Familien – zumindest fast alle. Denn: 17 chinesische Internatsschüler sind weiterhin in Königsfeld.

Bei schönem Wetter können die Schülerinnen und Schüler können auch im Freien lernen, sofern sie Abstand halten.
Bei schönem Wetter können die Schülerinnen und Schüler können auch im Freien lernen, sofern sie Abstand halten. | Bild: Zinzendorfschulen

„Eigentlich wollten sie über die Osterferien nach Hause fliegen. Wegen der Coronakrise bleiben sie aber in Königsfeld. Die Flüge wurden storniert“, sagt Stephanie Wetzig, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei den Zinzendorfschulen gegenüber dem SÜDKURIER.

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Es sei für die Schüler schwierig, wieder zurück nach Deutschland zu kommen. Außerdem müssten sie nach ihrer Ankunft in Königsfeld erst einmal zwei Wochen in Quarantäne – auf eigene Kosten.

Versorgt werden die Schüler aus Fernost von Internatsleiter Joachim Jünemann, den Hauswirtschafterinnen und einem Teil des Küchenteams. „Abends kochen sich die chinesischen Schüler meist selbst etwas aus ihrer Heimat“, sagt Wetzig.

Im Internat der Zinzendorfschulen (hier ein Archivbild des Jungen-Wohnhauses) leben zur Zeit nur noch die Schüler aus China.
Im Internat der Zinzendorfschulen (hier ein Archivbild des Jungen-Wohnhauses) leben zur Zeit nur noch die Schüler aus China. | Bild: Zinzendorfschulen

„Vormittags bearbeiten sie die Aufgaben, die ihre Lehrer allen Schülern gestellt haben“, sagt Wetzig. Der Tagesablauf sei gelockert worden. Statt um 7, gebe es erst ab 9 Uhr Frühstück, zu dem die Chinesen auch in Jogginghose erscheinen dürften. Nach der Lernzeit und dem Mittagessen beginne dann die Freizeit.

Sonst hielten sich die Schüler aber eher zurück. Sie verbringen laut der Pressereferentin viel Zeit im Internat. Kontakt nach Hause hätten sie via Videotelefonie. Es gehe ihnen gut, keiner sei krank.

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Dennoch, wird Internatsleiter Jünemann in einer Pressemitteilung der Zinzendorfschulen zitiert, gebe es ein großes Misstrauen von Königsfeldern. Viele würden die Straßenseite wechseln, wenn sie chinesische Schüler sehen, obwohl diese bereits seit einem Vierteljahr nicht mehr zu Hause gewesen waren und keinen persönlichen Kontakt zu Verwandten aus China hatten.

Bei den Schülern und ihren Familien selbst herrscht laut Pressemitteilung eher die Angst vor, sich bei den Erziehern anstecken zu können, da das Infektionsrisiko in Europa momentan höher sei als in Asien. Der Mundschutz, den manche chinesische Schüler tragen, hat laut Zinzendorfschulen kulturelle Gründe, aber keine krankheitsbedingten.

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