Es war einiges geboten in Königsfeld. Von Samstag bis Sonntag fand das Puppenspieler- und Märchenerzählerfestival zum ersten Mal in Königsfeld statt. „Es ist einfach toll, wie voll die Königsfelder Straßen heute sind. Wir sind unglaublich froh, dass auch das Wetter mitmacht“, so Bürgermeister Fritz Link am Sonntag. Gerade die Verbindung des Kulturwesens mit dem örtlichen Einzelhandel sei für den Kurort eine absolute Bereicherung.

Am Wochenende wurden zahlreiche Besucher Zeuge der insgesamt rund 20 Puppenspieler und Märchenerzähler, die von 13 bis 18 Uhr unter anderem im Kurpark und am Zinzendorfplatz auftraten. Jacques Mehlsack sorgte beim Mitmachtheater für viele Lacher, Kasperletheater und Puppenspieler wechselten sich auf den Bühnen ab und die Märchenerzähler packten ihre Geschichten aus.

Kasperletheater greift relevante Themen auf

Auch Olaf Jungmann, Initiator der Veranstaltung, ambitionierter Puppenspieler und Direktor des „Rollmopstheaters“, zeigt sich absolut zufrieden: „Das Festival lief am Samstag zwar etwas schleppend und verhalten an, heute sind aber viele Besucher da und alles läuft super.“ Gemeinsam mit dem Königsfelder Hans Rohrbach brachte er am Zinzendorfplatz mit dem „Badischen Kaschber“ rund eine halbe Stunde sowohl Kinder als auch Erwachsene zum Lachen – und thematisierte dabei wichtige Themen wie übermäßigen Zuckerkonsum und Plastikverbrauch.

Video: Franziska Zeller

Für Rohrbach ist das Puppenspiel ein absoluter Kindheitstraum, bereits seit zehn Jahren konnte er diesem aufgrund einer Sehnenverletzung und der Pandemie allerdings nicht mehr nachgehen. Am Sonntag spielte er im Rahmen des Festivals zum ersten Mal wieder vor großem Publikum und zeigte sich dafür unglaublich dankbar. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, endlich wieder vor so vielen Zuschauern zu spielen. Das Schönste am Puppenspielen sind die strahlenden Kinderaugen und die positiven Reaktionen, wie wir sie auch heute gesehen haben“, so Rohrbach. Insgesamt sammelte der Königsfelder bereits zehn Jahre nebenberufliche Erfahrung im Puppenspiel und gründete die erste und einzige Puppenbühne des Deutschen Roten Kreuzes.

Hygienekonzept mit Bändchen umgesetzt

Über 15 Leute waren nach Angaben des Bürgermeisters Fritz Link für die Kontrollnachverfolgung zuständig, um bei dem großen Zulauf auch die Corona-Richtlinien einzuhalten. Unter anderem kümmerte sich der Auszubildende der Touristeninformation, Marc Lehmann, um die Aufklärung und Einhaltung der Verordnungen. „Die Besucher loggen sich entweder mit der Luca-App ein oder füllen ein Formular aus. Dafür bekommt jeder ein Bändchen mit einer Seriennummer, wodurch eine Nachverfolgung möglich ist, falls etwas sein sollte.“

Bürgermeister Fritz Link zeigte sich am Sonntag sowohl vom Wetter als auch der Besucheranzahl begeistert.
Bürgermeister Fritz Link zeigte sich am Sonntag sowohl vom Wetter als auch der Besucheranzahl begeistert. | Bild: Franziska Zeller

Lehmann zufolge habe dieses Konzept am Wochenende gut funktioniert, nicht zuletzt aufgrund des optimalen Wetters. „Die meisten Veranstaltungen können dadurch draußen realisiert werden. Nur vereinzelte Vorstellungen sind im Innenbereich, da gilt dann auch die Maskenpflicht.“ Insgesamt zum achten Mal fand das Festival im Kreis statt, in diesem Jahr jedoch zum ersten Mal in Königsfeld. Dazu kamen auch viele der Stammspieler, die bei den vergangenen Festivals in Villingen-Schwenningen mit dabei waren.

Die Puppenspieler Hans Rohrbach und Olaf Jungmann (von links) sorgten am Sonntag mit dem „Badischen Kaschber“ für Begeisterung.
Die Puppenspieler Hans Rohrbach und Olaf Jungmann (von links) sorgten am Sonntag mit dem „Badischen Kaschber“ für Begeisterung. | Bild: Franziska Zeller

„Von Anfang an gab es keine Zweifel, das Festival stattfinden zu lassen“, so der Auszubildende. Um alle Besucher kontrollieren zu können, musste allerdings die Zahl der Veranstaltungsplätze reduziert werden. „Wir hätten ansonsten viel mehr Personal einstellen müssen“, so Lehmann. Neben dem Festival war es den Veranstaltern außerdem wichtig, den Einzelhandel zu unterstützen und die Veranstaltung mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu verbinden, erklärt Lehmann. „Dadurch hatten die Leute direkt mehrere Gründe, nach Königsfeld zu kommen. Sowohl die Besucher, als auch die Geschäftsinhaber können so von dem Festival profitieren.“