Cornelia Putschbach

Das Thema ist aktueller den je: Mit dem Kauf gebrauchter Waren, die noch bestens in Schuss sind, können Ressourcen und der Geldbeutel schont werden. Und viele Menschen haben das im Moment bitter notwendig.

In Königfeld gibt es ein echtes Kleinod eines solchen Secondhand-Ladens. Vor knapp zehn Jahren gründete die Brüdergemeine ihr Geschäft mit dem Namen „Der Laden Mittendrin“.

In der Friedrichstraße können seither Haushaltsgegenstände, Bücher, Spielzeug und allerlei Accessoires, die bereits einen Vorbesitzer hatten, gekauft werden. Kleidungsstücke und Möbel gehören nicht zum Warenbestand.

Gut erhaltene Haushaltswaren werden im Königsfelder Secondhandladen ebenso angeboten wie Bücher, Spielzeug oder allerlei Accessoires.
Gut erhaltene Haushaltswaren werden im Königsfelder Secondhandladen ebenso angeboten wie Bücher, Spielzeug oder allerlei Accessoires. | Bild: Cornelia Putschbach

Verkauft werden ausschließlich Gegenstände, die dem Laden kostenlos von Gebern zur Verfügung gestellt werden und die zum Wegwerfen zu schade sind. 50 Cent kostetet der günstigste.

Günstige Preise

„Die Kunden sollen gerne und ganz unverbindlich im Laden stöbern, sich umschauen und Nützliches, Praktisches oder etwas, was einem einfach nur gefällt, finden. Die Preise machen das möglich“, berichtet Gisela Meyer, die dem Leitungskreis des Ladens seit Januar vorsitzt.

Mit ihnen lebt der Laden Mittendrin in Königsfeld. Einige der ehrenamtlichen Helfer stellen sich mit ihren aktuellen Lieblingsartikeln ...
Mit ihnen lebt der Laden Mittendrin in Königsfeld. Einige der ehrenamtlichen Helfer stellen sich mit ihren aktuellen Lieblingsartikeln zum gemeinsamen Bild: Monika Hauer (von links), Esther Fobel, Judith Baudis, Paula Sternberg, Gisela Meyer, Renate Jäckle, Brigitte Dingler und Kurt Rittinghaus. | Bild: Cornelia Putschbach

Die Erträge werden in vollem Umfang zu Gunsten der Herrnhuter Missionshilfe verwendet. Alle zwei bis drei Jahre legen die ehrenamtlich Mitarbeitenden des Königsfelder Ladens Mittendrin aufs Neue fest, für welche Projekte die Gelder verwendet werden.

20 ehrenamtliche Helfer

Ein von den Mitarbeitenden gewählter Leitungskreis hilft den Ablauf im Laden zu steuern und zu organisieren. Die Menschen, die hier arbeiten, sehen ihr Engagement als sinnvolle und erfüllende Aufgabe, berichtet Gisela Meyer im Gespräch. Insgesamt 20 Helfer wirken bei der Organisation des Landes mit. Jeder bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein.

Wichtig ist für den Laden, dass Spender ihre guten, oft hochwertigen oder auch praktischen Warenspenden bringen statt sie wegzuwerfen. Das sei in Königsfeld tatsächlich sehr oft der Fall, sagt Gisela Meyer.

Spender wie auch Kunden wissen, dass sie „ein gutes Werk tun“, wenn sie den Laden unterstützen, sagen die Mitarbeitenden. Ob aus praktischen Gründen, ob als Sammler, Schnäppchenjäger oder Kurgast, der ein Mitbringsel sucht – Jeder kann etwas finden.

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Über die Jahre hat sich für den Laden Mittendrin eine treue Stammkundschaft entwickelt. Sie schaut immer mal wieder herein und sieht sich um.

Eilig braucht es niemand zu haben

Auch am Samstagnachmittag des Gesprächs mit Gisela Meyer, als der Laden bereits zum Wochenende geschlossen hatte, bleiben unentwegt Interessierte vor dem Schaufenster stehen und schauen, was angeboten wird.

Ladengeschäft und Treffpunkt gleichermaßen. Hier darf der Kunde auch gerne mal zum Plausch verweilen oder sich in Ruhe eines der Bücher ...
Ladengeschäft und Treffpunkt gleichermaßen. Hier darf der Kunde auch gerne mal zum Plausch verweilen oder sich in Ruhe eines der Bücher anschauen, die hier angeboten werden. | Bild: Cornelia Putschbach

Herzstück des Mittendrin ist eine Bücherecke. Hier gibt es nicht nur gute Literatur zu entdecken. Sitzgelegenheiten laden auch zum Verweilen ein und Kinder können in den Spielwarenregalen auf ihrer Augenhöhe nach Schätzen suchen. Eilig braucht es im Laden niemand haben.

Rege Nachfrage nach Secondhand

„Die beiden Corona-Jahre waren schwierig, aber nicht existenzbedrohend für den Laden“, blickt Gisela Meyer zurück. Seit Beginn dieses Jahres beobachtet sie eine rege und wachsende Nachfrage nach Secondhand-Waren. Die Akzeptanz sei merklich gestiegen.

Nicht beschämend, im Laden zu kaufen

Auch der Kundentyp habe sich zum Teil gewandelt. Neben Menschen, die aus guten Gründen im Sinne der Nachhaltigkeit im Mittendrin-Geschäft einkaufen, kehren jetzt auch immer mehr Kunden ein, bei denen der finanzielle Gesichtspunkt im Mittelpunkt stehe.

„Es hat aber auf keinen Fall etwas Beschämendes im Secondhand-Laden einzukaufen. Ich sehe das eher als Zeichen bewussten Haushaltens“, sagt Gisela Meyer.

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Und noch etwas hat sie beobachtet. Zunehmend zeige sich bei den Kunden eine Nostalgie für ausgefallene Dekorationsgegenstände der 50er bis 80er Jahres. Diese Dinge seien im Trend, da handwerklich sehr gut ausgeführt und mit Erinnerungspotenzial behaftet.