Ein Beschwerdebrief des FC Königsfeld an die Verwaltung, in dem unter anderem die Ablehnung eines Zuschusses für den geplanten Bau eines Kunstrasenplatzes kritisiert wird, sorgte für reichlich Diskussionsstoff in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr. Der Antrag von Rat Stefan Giesel, dieses Thema auf der Tagesordnung zu verschieben, fand jedoch keine Mehrheit.

Über 200.000 Euro für einen neuen Parkplatz

In seiner Sitzung Anfang November hatte der Ortsteilausschuss den Empfehlungsbeschluss gefasst, dass die Gemeinde im Jahr 2023 unweit des bestehenden Hartplatzes einen neuen Parkplatz für circa 206.000 Euro mit rund 180 Stellplätzen für die Besucher des Natursportparks baut.

Auf dieser Schotter-Sandfläche und dem dahinter liegenden Erdwall will die Gemeinde Königsfeld einen Ersatzparkplatz herstellen. Dann wäre der Weg frei für den FC Königsfeld, an der Stelle des Hartplatzes einen Kunstrasenplatz zu bauen.
Auf dieser Schotter-Sandfläche und dem dahinter liegenden Erdwall will die Gemeinde Königsfeld einen Ersatzparkplatz herstellen. Dann wäre der Weg frei für den FC Königsfeld, an der Stelle des Hartplatzes einen Kunstrasenplatz zu bauen.

Dadurch kann der FC Königsfeld auf dem Tennenplatz, der bisher in Stoßzeiten als Parkmöglichkeit für Schwimmbadbesucher genutzt wird, einen Kunstrasenplatz herstellen. Außerdem folgte der Ortsteilausschuss der Empfehlung der Verwaltung, dem Verein aufgrund des Parkplatzbaues keinen Zuschuss für den Kunstrasenplatz zu gewähren. Dieser läge gemäß der praktizierten Vereinsförderung bei rund 33.000 Euro.

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Giesel argumentierte, zwar nicht jede, aber manche Kritik des FCK in dem Brief sei für ihn nachvollziehbar. Deshalb beantrage er, das Thema zu vertagen, um nochmals mit dem Verein ins Gespräch gehen zu können. Darin sah Bürgermeister Fritz Link keinen Sinn.

„Der Verein hat Planungssicherheit“

In dem erst kurz vor der Sitzung zugestellten Brief werde auf Sachverhalte hingewiesen, die die Gemeinde schon vor einem Jahr mit Vertretern des Vereins diskutiert habe. Er finde es merkwürdig, dass jetzt wieder von vorne begonnen werde. „Es gibt keine neuen Details. Wir haben konstruktiv nach Lösungen gesucht und werden im Haushaltsplan 2022 eine Verpflichtungserklärung für den Bau des Parkplatzes eingehen. Damit hat der Verein Planungssicherheit“, begründete der Bürgermeister.

Doch kein zeitlicher Druck

Giesel hielt dagegen: „Wir haben doch nicht den zeitlichen Druck, dass wir das bis Weihnachten durchziehen müssen. Wenn der Verein will, dass nochmals miteinander geredet werden soll, dann muss er mit der Verzögerung leben“.

Der FC Königsfeld will auf dem Tennenplatz einen Kunstrasenplatz bauen. Dafür gibt es von der Gemeinde keinen Zuschuss, da diese an anderer Stelle einen Ersatzparkplatz bauen muss.
Der FC Königsfeld will auf dem Tennenplatz einen Kunstrasenplatz bauen. Dafür gibt es von der Gemeinde keinen Zuschuss, da diese an anderer Stelle einen Ersatzparkplatz bauen muss.

Laut Link will der Fußballclub aber schon die Zusage, 2023 mit dem Bau des Kunstrasenplatzes beginnen zu können. Die Gemeinde dürfe für den Verein weder eine Bürgschaft übernehmen noch einen Kredit gewähren. Das erlaube die Gemeindeprüfungsanstalt nicht. „Mit der Bereitschaft, über 200 000 Euro für einen Parkplatz in die Hand zu nehmen, geben wir dem Verein die Chance, einen Kunstrasenplatz zu bauen. Das ist Zuschuss genug. Erpressen lassen wir uns nicht“, machte der Bürgermeister deutlich, dass es keinen Verhandlungsspielraum gebe.

Das eine geht nicht ohne das andere

Auch gegen den Vorschlag von Beate Meier, die beiden Bauvorhaben voneinander zu trennen, wehrte sich Link: „Das ist ein Bauvorhaben, das eine geht nicht ohne das andere. Sollte sich Ende 2022 herausstellen, dass der Verein die Finanzierung für den Kunstrasenplatz nicht schafft, können wir die Verpflichtungsermächtigung löschen und brauchen nicht zu bauen.“

Jetzt ist der Gemeinderat dran

Unterstützung erhielt der Bürgermeister von Thomas Fiehn, der klarstellte: „Wir diskutieren in der Haushaltsstrukturkommission über 500 Euro Einsparung. Hier geht es um 200.000 Euro, die wir uns eigentlich nicht leisten können“. Matthias Weisser sprach sich dafür aus, Fakten zu schaffen. Das Thema zu vertagen, bringe nichts. Bei einer Enthaltung folgte das Ratsgremium dem Empfehlungsbeschluss des Ortsteilausschusses. Als nächstes ist nun der Gemeinderat am Zug.