Einfach erging es dem Kunstverein Königsfeld in letzter Zeit nicht. Dennoch schaut das Kunstvereinsteam positiv in die Zukunft: Es bietet dieses Jahr spannende Ausstellungen und Programme im Kunstraum an – bloß unter anderen Bedingungen als früher.

  • Einer der größten Vereine: Königsfeld ist und bleibt ein Kunstort, und das ändert sich auch in schwerer Zeit nicht. Das zeigt sich unter anderem darin, dass der Kunstverein Königsfeld mit seinen weit mehr als 200 Mitgliedern einer der größten Vereine in der Schwarzwaldgemeinde ist. Die Mitglieder kommen aus ganz Deutschland, einige sogar aus der Schweiz. Der Vorsitzende des Vereins, Manfred Molicki, erzählt stolz von den vielen Mitgliedern, die auch in diesem Jahr dabeigeblieben sind und den Verein unterstützen. Das gebe dem Team auch jetzt, wo viele Monate lang keine Ausstellung veranstaltet werden durfte, viel Kraft und die Bestätigung des Interesses an der Kunst.
  • Ausstellung zu Otto Leiber: Ab dem 20. September wird eine Ausstellung das Lebenswerk von Otto Leiber thematisieren, der mit seiner Familie viele Jahre lang ausschließlich von Kunst in Königsfeld gelebt hatte. Leiber war schon zu seinen Lebzeiten ein weit über Königsfeld hinaus bekannter Künstler. Er kam in den Zwanzigerjahren in den Schwarzwald. Viele haben ihn persönlich gekannt – und seine konservative Arbeit geschätzt.

Seine Bilder erinnern an Gemälde der großen Romantiker des 19. Jahrhunderts und stellen auf eine realistische und stimmungsvolle Art Winterlandschaften, die ländliche Atmosphäre von Bauernhöfen sowie präzise und farbenfrohe Stillleben dar. Auch Reisebilder hat er gemalt, welche die meisten Leiber-Kenner erst im Kunstraum erblicken können.

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Nie sei eine Leiber-Ausstellung so vielfältig gewesen wie diese, so Molicki, der zusammen mit dem Team sehr viel recherchiert, mit Experten sowie Bekannten des Künstlers gesprochen und zum Teil Bilder von den Leihgebern abgeholt hat. Insgesamt seien es zehn Leihgeber, denen die Bilder dieser Kunstschau gehörten.

  • Neue Bedingungen: Zu Corona-Zeiten darf keine Vernissage stattfinden – dafür besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu verlängerten Öffnungszeiten zu besichtigen. Maximal 20 Personen dürfen sich im Raum aufhalten. Bei den Begleitprogrammen, welche parallel zur Ausstellung angeboten werden, sind höchstens 25 Personen zugelassen. Das Kunstvereinsteam hat das obligatorische Hygiene-Konzept jeweils für Ausstellungen und Veranstaltungen ausgearbeitet und anschließend bei der Ortspolizeibehörde im Rathaus genehmigen lassen.
  • Weitere Pläne: „Mit den nächsten beiden Ausstellungen noch in diesem Jahr wollen wir einfach testen, wie es mit den Besucherzahlen aussehen wird“, sagt der Vorsitzende. Nach der Jahresausstellung ab 22. November, bei der 50 Künstler im Verein ihre Werke ausstellen werden, werde entschieden, wie es weitergehen könne. Sie hätten aber bis jetzt immer den Eindruck gehabt, dass die Menschen auf Kunst schon Hunger hätten. Auch wenn in der letzten Zeit einige Spenden sowie Anteile aus den Verkäufen größtenteils entfallen seien, sei die Bereitschaft, die Kunst auch finanziell zu unterstützen, nach wie vor präsent. Für die nächsten zwei Jahre ist im Kunstraum jedenfalls schon alles im Voraus geplant.