Die Gemeinde soll weiterhin in bisherigem Umfang auf der Messe CMT in Stuttgart vertreten sein. Diesen Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat fasste der Ausschuss für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales (ATKBJS). Wie Kurgeschäftsführerin Andrea Hermann in der Sitzung erinnerte, komme vom Gemeinderat die Anregung, die Ausgaben für die Messeaktivitäten zu reduzieren und mehr in digitale Medien zu investieren.

Durch den Verzicht des Messebesuchs in Zürich, sowie Städtepräsentationen hätten für 2020 rund 4000 Euro eingespart werden können. Bei der Urlaubsmesse CMT (Caravan, Motor, Touristik) in Stuttgart sei die Gemeinde durch die bereits erfolgte Buchung vertraglich gebunden, schilderte die Kurgeschäftsführerin. Einsparungen seien dort somit nur in den Folgejahren möglich, wenn die Aktionsfläche mit den bisherigen drei Kooperationspartnern beispielsweise um die Hälfte verringert werde. Dadurch würden sich die verbleibenden Kosten um 3000 Euro auf 7000 Euro reduzieren lassen. Zwar sichere sich die Gemeinde weiterhin den bisherigen Standort in Halle 6 und gebe die Kooperation nicht auf. Andererseits sei eine Beteiligung der Königsfelder Gastgeber nur in begrenztem Umfang möglich und es müsse eine neue Grafik für circa 500 Euro gedruckt werden, zählte Hermann Vor- und Nachteile auf.

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Es bestünde auch die Möglichkeit, ganz aus der Kooperation auszusteigen und sich bei der CMT am Stand der Schwarzwald Tourismus GmbH als Unterpartner zu präsentieren. Königsfeld würde sich damit im passenden Umfeld der Ferienregion Schwarzwald mit den Themen Wandern und Radfahren befinden. Der Nachteil sei, dass die Gemeinde ihre Selbstständigkeit aufgebe, eventuell später nicht mehr in die vorherige Kooperation zurückkehren könne und der Ort für den Kunden kaum erkennbar sei. Die verbleibenden Kosten betrügen ebenfalls 7000 Euro. Als dritte Variante böte sich die Beteiligung am Stand des Heilbäderverbands Baden-Württemberg an. Königsfeld würde sich dadurch an die Zielgruppe der Gesundheitsinteressierten richten. Allerdings überwögen die Nachteile deutlich. Eine einmalige Teilnahme koste einschließlich Nebenkosten 4900 Euro, für zwei Jahre jeweils 4100 Euro, erläuterte die Kurgeschäftsführerin.

Uneins waren sich die Räte, in welchem Themenbereich Königsfeld besser aufgehoben ist. Während Marielle Lupfer zu Variante 1 tendierte, „um weiterhin den Fuß in der Tür zu haben“, war für Franziska Hornscheidt klar: „Jede Lösung ist ein Schritt zurück. Ich sehe uns nicht im Heilbäderverband, weil wir keine Therme haben.“ Rat Jan-Jürgen Kachler urteilte: „Jede Lösung bedeutet einen großen Einschnitt. Dann können wir es auch ganz bleiben lassen.“ Hans Mack warnte, sich zu verkriechen. Er wolle lieber den 10 000 Euro zustimmen, als irgendeiner Spar-Variante und sehe keine Alternative. Ähnlich argumentierte Heinz Kammerer. Königsfeld dürfe sich nicht in eine Nische drängen lassen, um dann vergessen zu werden. Irina Forster vertrat die Ansicht, mit der bisherigen Lösung am besten zu fahren. Bürgermeister Fritz Link räumte ein, es sei eine schwierige Entscheidung, welcher Weg künftig eingeschlagen werden soll. Die Ersparnis bei Variante 1 sei im Verhältnis zu dem was aufgegeben werde, viel zu gering. Die Verwaltung empfehle, für die nächsten fünf Jahre keine Veränderungen vorzunehmen. „Der Platz bei der CMT in Stuttgart ist einmalig, aber er kostet halt Geld“, wog der Bürgermeister ab. Links Vorschlag folgte der Ausschuss einstimmig als Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat.

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