Für Pfarrer Ewald Förschler ist es der letzte Gottesdienst als Pfarrer der Badischen Landeskirche. Sechs Jahre lang wirkte er in Burgberg, Erdmannsweiler, Königsfeld, Weiler und Buchenberg. Unter strengen Corona-Bedingungen haben sich deshalb am Sonntag Menschen aus Königsfeld und den Teilorten in der Gemeindehalle Weiler getroffen, um den Verabschiedungsgottesdienst zu feiern. Der noch 65-jährige Pfarrer Förschler hat in diesen Jahren in seiner Gemeinde viel bewegt, erstmals war ein Pfarrer für die Gemeinde Weiler und Buchenberg zuständig.

„Als Pfarrer ist man Lehrer, Antreiber, Verwalter und Hirte zu seiner Zeit.“
Ewald Förschler, Pfarrer

„Liebe Gemeinde, alles hat seine Zeit“, so leitete der scheidende Pfarrer den letzten Gottesdienst ein. „Vor sechs Jahren, am 1. Dezember 2015 hat es hier in Weiler mit meiner Vorstellung im Ältestenkreis angefangen. Heute ist es vorbei, auch die Aufgabe in der Badischen Landeskirche.“ Diese Zeit sei für ihn wichtig und prägend gewesen. Besonders wichtig, die Vielseitigkeit der Aufgabe. Förschler umschreibt sie so: „Als Pfarrer ist man Lehrer, Antreiber, Verwalter und Hirte zu seiner Zeit.“ Viele Redner haben sein Wirken in dieser Zeit gewürdigt.

In St. Georgen aufgewachsen

Angesprochen auf seine persönliche Geschichte sagt Ewald Förschler: „Ich bin in St. Georgen aufgewachsen und habe nach dem Abitur in der Schreinerei der Firma Zeyko gearbeitet, als persönliche Auszeit.“ Während der Zeit bei Zeyko reifte bei mir der Entschluss, Pfarrer zu werden.

In der Hand hält Dekan Wolfgang Rüter-Ebel die Entlassungsurkunde aus dem Dienst der Landeskirche Baden. Links Pfarrer Ewald Förschler.
In der Hand hält Dekan Wolfgang Rüter-Ebel die Entlassungsurkunde aus dem Dienst der Landeskirche Baden. Links Pfarrer Ewald Förschler. | Bild: Werner Mueller

Meinem Wunsch entsprechend „wollte ich vor 44 Jahren Fußballer werden. Sollte aber Musiker werden, nach dem Wunsch der Eltern.“ Noch lebhaft erinnert sich Pfarrer Förschler an den Tag, als Peter Dönneweg im Lärchweg mit einer Oboe in der Hand an der Haustüre stand. „Ich erlernte die Oboe, spielte im Schulorchester, war im Alter von 14 Jahren überhaupt der erste Oboist in St. Georgen.“

Jugendarbeit in Lorenzgemeinde

Das Theologiestudium brachte den scheidenden Pfarrer zuerst nach Neuendettelsau bei Nürnberg, später nach Heidelberg und Tübingen. Die erste Pfarrstelle trat Ewald Förschler in Neckarburken bei Mosbach an. Neun Jahre ist er dort Pfarrer und Dekan Stellvertreter. Es folgen drei weitere Pfarrerstellen, bis es ihn in seine frühere Heimat zog. Gerne erinnert sich Förschler an die Jugendarbeit in der Lorenzgemeinde in der Bergstadt.

Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrer Ewald Förschler in der Gemeindehalle Weiler, unter strengen Coronabedingungen.
Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrer Ewald Förschler in der Gemeindehalle Weiler, unter strengen Coronabedingungen. | Bild: Werner Mueller

Nun zieht es ihn mit Ehefrau Marion zurück zu seinen familiären Wurzeln an den Kaiserstuhl. „Meine Mutter stammt aus Bahlingen am Kaiserstuhl, dort wohnen wir nun, mein Vater stammt aus Köndringen.“