Es war in den letzten Wochen zu kalt für den Start des ersten Bauabschnitts auf dem Königsfelder Zinzendorfplatz. Witterungsbedingt ist er um drei Wochen nach hinten verschoben worden. Kommende Woche Montag soll es losgehen. Weil man ausreichend Puffer eingeplant habe, verschiebe sich die vollständige Fertigstellung der Umgestaltung jedoch nach derzeitigem Stand nicht nach hinten. Sie ist für den Tag der Deutschen Einheit 2019 vorgesehen.

Zunächst erfolgt eine Kanalerneuerung auf dem Kirchenvorplatz, südlich des Kirchenbaus. Ab dem 16. April beginnen die Straßenbauarbeiten südlich des Zinzendorfplatzes im Straßenabschnitt zwischen der Friedrich- und Mönchweiler Straße. Für diese Arbeiten ist eine Vollsperrung des genannten Abschnittes bis voraussichtlich Mitte Juni erforderlich. Das Mammutprojekt, die Umgestaltung des historischen Zinzendorfplatzes in der Königsfelder Ortsmitte, ist in insgesamt vier Unterabschnitte unterteilt worden. Einen entsprechenden Zeitplan hat der Gemeinderat im Februar beschlossen, die Bäume sind im März gefällt worden.

In den vergangenen Wochen liefen, soweit möglich, die Vorbereitungen für den Baustart. Die sogenannte Baufreimachung und Einrichtung der Baustelle erfolgte. Die Arbeiten des ersten Abschnitts erfolgen vor allem auf der Südseite des Zinzendorfplatzes, also auf der Seite, die dem Kirchensaal gegenüberliegt. Der Gehweg um das Areal soll weiterhin begehbar sein, dadurch ist auch ein Zugang zu den Geschäften möglich. Auch den Kreuzungsbereich Friedrich- und Gartenstraße will man möglichst lange benutzbar lassen. Im Zuge der Arbeiten auf der Südseite werden auch Versorgungsleitungen, unter anderem die Wasserleitung, gelegt. Von hier aus soll auch die Leitung für den Brunnen auf dem Zinzendorfplatz gelegt werden. Der Gehweg wird ebenfalls erneuert. Die Straßen werden bis zur Asphalt-Tragschicht gebaut. Die Fertigstellung für den ersten Bauabschnitt ist für den frühen Sommer vorgesehen.

Im zweiten Bauabschnitt, ab Juni 2018, werden die Arbeiten schwerpunktmäßig auf die Westseite verlagert – vom Kirchensaal aus gesehen auf die rechte Seite. Gehwege werden gepflastert und Tiefbauarbeiten ausgeführt. Für Arbeiten in diesem Abschnitt, die bis Mitte September 2018 dauern werden, ist es nötig, den Kirchenvorplatz teilweise voll zu sperren. Der Zugang zum Kirchensaal selbst soll aber durchgehend, auf einer Seite, möglich sein.

Im kurzen, dritten Abschnitt ist eine Vollsperrung auf der Westseite vom Zinzendorfweg bis zur Waldstraße vorgesehen. Parallel dazu wird der Asphalt-Feinbelag auf allen bislang genannten Abschnitten eingebaut. Dieser Schritt ist jedoch witterungsabhängig.

Im vierten Unterabschnitt sind nach ähnlichem Plan die Waldstraße und der Ostabschnitt an der Reihe. Die Waldstraße wird ab der Luisenstraße bis zum Erdmuth-Dorotheen-Haus gesperrt. Parallell zu den Abschnitten finden viele weitere Arbeiten, etwa an den Grünflächen, statt. Die Abnahme aller vier unterteilten Bauabschnitte ist nach momentanem Stand für den Juli 2019 anvisiert.

 

Beschluss bis Umgestaltung – die Diskussion zum Zinzendorfplatz

  • Beschluss: Im Jahr 2010 war die Neugestaltung des Zinzendorfplatzes als Projekt des Städtebaulichen Sanierungsprogramms gesetzt worden.
  • Entscheidung: Im Jahr 2016 war die Entscheidungsfindung angesetzt. Durch eine Bürgerbeteiligung ist auch die Öffentlichkeit involviert.
  • Bürgerwerkstatt: In vier Veranstaltungen konnten Bürger ihre Ideen in die Planung einbringen. Der gesamte Prozess wird zu 100 Prozent aus Mitteln des Interreg-Programms finanziert. Zunächst wurden die Varianten eins und zwei vorgestellt. In der Diskussion entstand dann die Variante drei, die als Kompromiss gilt.
  • Entscheidung: Die Entscheidung hatte der Gemeinderat am 19. Oktober 2016 zu treffen. In der Sitzung lag die erste Stellungnahme der Brüdergemeine, die Eigentümer des Platzes ist, vom 10. Oktober 2016 vor. Sie sprach sich für Variante drei aus. Die Gemeinde hat bereits vor dieser Stellungnahme darüber informiert, dass die Freikirche bei einer Entscheidung für Variante drei an den höheren Folgekosten beteiligt werden würde. Diese Beteiligung basiert auf einer Vereinbarung von 1996. Demnach müsste die Brüdergemeine ein Drittel der Kosten tragen. Diese Vereinbarung wurde bislang von der politischen Gemeinde kulant gehandhabt, Beteiligungen wurden nur sporadisch eingefordert. Der Rat stimmt für Variante eins, will aber Variante drei umsetzen, wenn die Brüdergemeine nur dieser zustimmt. In einer neuerlichen Stellungnahme lenkt die Brüdergemeine ein und sagt, sie könne die Folgekosten nicht tragen.
  • Petition: Eine Petition verhinderte den Baustart in 2017. Sie wurde vom Landtag in seiner Sitzung vom 9. November abgelehnt.