Für eine Kommune mit wenig Gewerbe ist der Fremdenverkehr umso wichtiger. In Königsfeld sind es insbesondere die Kliniken, die für Übernachtungen sorgen. Das zeigt sich an dem touristischen Zwischenbericht für das Frühjahr 2018, den Kurgeschäftsführerin Andrea Hermann nun vorgestellt hat. Insgesamt zeigt dieser aber auch, dass Handlungsbedarf besteht, denn im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr sind sowohl Ankunfts- als auch Übernachtungszahlen gesunken.

Bei den Ankünften konnte laut Bericht nur im Januar ein Anstieg verzeichnet werden. Hier stieg die Zahl von 1254 in 2017 auf 1345 in 2018, was Plus von 7,3 Prozent bedeutet. Im Februar 2018 wurden 1418 und im März 1863 Ankünfte gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr mit 1560 und 2058 Ankünften ein Minus von 9,1 und 9,5 Prozent. Besonder deutlich fiel der Unterschied aber im April aus. Bei 2197 gezählten Ankünften wurde im Vergleich zum Vorjahr mit 2779 Ankünften ein Minus von 20,9 Prozent festgehalten. Insgesamt wurden im Frühjahr 2018 6823 Ankünfte verzeichnet. 10,8 Prozent weniger als in 2017, als es noch 7651 Ankünfte waren.

Bei den Übernachtungen ist die Schere zwar nicht so breit, dafür aber durchgehend negativ. Waren es im Januar 2017 noch 11 698 Übernachtungen, wurden 2018 nur noch 11 474 gezählt – ein Minus von 1,9 Prozent. Die größte Differenz bestand laut Bericht auch hier im April. Im Jahr 2017 gab es 14 581 Übernachtungen, 2018 nur noch 13 537 und somit 7,2 Prozent weniger. Insgesamt fiel die Übernachtungszahl von 52 161 in 2017 um 4,7 Prozent auf 49 708 in 2018.

Kliniken wichtig für Königsfeld

Bei der Aufschlüsselung in die einzelnen Betriebsarten zeigt sich deutlich, welche Bereiche für Königsfeld besonders wichtig sind: die Kliniken. Mit 39 393 Übernachtungen fielen die ersten vier Monate in 2018 zwar schlechter aus als 2017, als 40 828 Übernachtungen gezählt wurden. Dennoch entfallen auf die Kliniken mit rund 80 Prozent der mit Abstand größte Anteil der Übernachtungen in Königsfeld. Auf dem zweiten Platz folgen Hotels und Gasthöfe, in denen im Frühjahr 2018 7749 Übernachtungen stattfanden, im Vorjahr waren es 8671.

Deutliche prozentuale Zunahmen bei Ankünften und Übernachtungen gab es hingegen bei den Pensionen und beim Reisemobilpark. Bei Erstgenanntem wurden 2018 207 Ankünfte und 535 Übernachtungen, bei Letztgenanntem 381 Ankünfte und 904 Übernachtungen gezählt. 2017 waren es bei Pensionen 140 Ankünfte und 426 Übernachtungen, beim Reisemobilpark 337 Ankünfte und 604 Übernachtungen.

Doch angesichts der insgesamt negativen Entwicklung zeigte sich Bürgermeister Fritz Link wenig erfreut. Er beanstandete, dass es noch immer Gastgeber gebe, bei denen die Zimmer nicht über das Internet buchbar sind. "Es ist heute ein No-Go, wenn jemand online nicht buchbar ist", kritisierte er. "Man kann mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein." Die Gemeinde müsse zudem daran arbeiten, die Bettenzahl zu steigern. Dazu, etwa zum Projekt Land Life Ressort auf der Kinderweide laufen derzeit intensive Gespräche.