Gemütlich bummeln die Besucher an diesem Freitagvormittag wie auch an vielen weiteren Freitagen des Jahres über den Königsfelder Wochenmarkt. Der Markt, das bemerkt man bereits beim ersten Besuch, ist viel mehr als nur Einkaufsquelle und ein schneller Zwischenstopp auf dem Weg von einer Station zur nächsten. Er steht für einen Treffpunkt, für soziale Teilhabe und mittlerweile auch für Tradition. Man geht auf den Markt und pflegt bei einem kurzen oder gelegentlich auch längeren Schwätzchen Kontakte.

An diesem Vormittag sind Kinder und Erzieher des Naturkindergartens Zauberwald auf dem Königsfelder Markt zu Gast. Sie unterhalten die Besucher mit ihrem Gesang.
An diesem Vormittag sind Kinder und Erzieher des Naturkindergartens Zauberwald auf dem Königsfelder Markt zu Gast. Sie unterhalten die Besucher mit ihrem Gesang. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Marktgeschichte: Seit 1992 gibt es am Freitagvormittag das bunte Markttreiben in Königsfeld. In jenem Jahr wurde die Marktgemeinschaft ins Leben gerufen. Seit 2012 werden die Marktstände in der rund 6000 Einwohner zählenden Gemeinde auf dem damals sanierten Rathausvorplatz aufgebaut. Von acht bis dreizehn Uhr bieten die Beschicker hochwertige Produkte aus der Region oder auch aus sonnigen Gefilden am Mittelmeer an.
  • Kinder zu Gast: Das Ambiente vor dem Rathaus passt und hin und wieder sorgen kleine Auftritte für einen Hingucker beim Marktgeschehen. Dann schallen auch mal, wie zum Beispiel am vergangenen Freitag, Kinderlieder über den kleinen Platz. Der Naturkindergarten „Zauberwald“ aus Königsfeld ist zu Gast. Dass die Kindergarten-Eltern dann auch noch Leckeres aus der Backstube verkaufen, erhöht die Freude an einem solchen Freitagvormittag beträchtlich.
  • Produkte direkt vom Erzeuger: Ansonsten bieten die Angebote der aktuell sieben Marktbeschicker viel Frisches und Saisonales. Der erste badische Spargel, frisch gebackenes Brot, biologisch erzeugter Käse, frische Eier oder Südfrüchte und mediterrane Leckereien werden feil geboten. Von Anfang an dabei waren die Erzeuger vom Heiligenhof in Deißlingen. Im vergangenen Jahr musste der Bioerzeuger allerdings wegen Personalnot aufgeben. „Das war für unseren Markt ein Einschnitt. Viele Stammkunden waren von seinem großen Angebot begeistert“, bedauert die Sprecherin der Marktgemeinschaft, Gertrud Storz aus Fischbach. Sie bietet auf dem wöchentlichen Markt ihren Honig an und hofft, dass ein neuer Obst- und Gemüsestand aus dem Kaiserstuhl die Verbraucher ebenfalls anspricht.
  • Vermeidung von Verpackungsmüll: Frische Lebensmittel ohne Verpackungsmüll sind für Gertrud Storz ein gewichtiges Argument, das für einen Wochenmarkt spricht. „Wäre der neue Anbieter nicht gekommen, wäre der Markt auf der Kippe gestanden“ ist sie dankbar, dass das Angebot auf dem Königsfelder Wochenmarkt jetzt wieder stimmt. Für den Verbraucher ist es in ihren Augen wichtig, dass der Kontakt zum Erzeuger bestehe und im Wesentlichen regionale Produkte in die Körbe und später auf den Tisch kommen.
  • Soziale Teilhabe: Die soziale Komponente eines solchen Marktes dürfe man nicht unterschätzen, weiß auch Gertrud Storz. Gerade weil die Bevölkerung immer älter werde, komme dem Markt eine wichtige Funktion zu: „Man trifft sich, spricht über Gott und die Welt“, teilt sie die Eindrücke des Marktbesuches. Allerdings gibt sie auch zu bedenken, dass ein Markt von Vielfalt lebe. Das könne aber nur bestehen, wenn es sich für die Anbieter auch lohne.
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