Einen kleinen Ausflug in den Jungbauernwald unternahm der Ortschaftsrat Buchenberg mit den neuen Jagdpächtern im Vorfeld der Ortschaftsratssitzung. Wie Ortsvorsteher Peter Hase vor Ort erklärte, sei nicht an Exoten verpachtet worden, sondern an bekannte Bürger in der Gemeinde. Er habe nun die Bitte, dass sich die Inhaber eines Begehungsscheins, also die Jäger, den Waldbesitzern vorstellen und die Runde machen. Dadurch könnten die Landwirte ihre Wünsche an die Pächter äußern.

„Jäger gibt es genug. Aber wir mussten sie bearbeiten und überzeugen, zu pachten. Sich vertraglich binden und den Kopf hinhalten bei Verbissschäden will keiner“, zeigte Hase Verständnis. Das Jagen sei in diesem Wald für die Jäger nicht ganz einfach. Die Zeiten, in denen sie allein unterwegs seien, gehörten der Vergangenheit an. Das Wild werde durch Lärm von Spaziergängern, Radlern und Reitern viel stärker gestört als früher durch Bauern, die Reißwellen bündelten, betonte der Ortsvorsteher.

Revierförster Peter Gapp führte die Gruppe durch den Wald und lieferte mittels eines Büschels Torfmoos den Beweis, dass es sich hier um ein äußerst feuchtes Gebiet handelt. Wirtschaftlich bedeute dies ein Nachteil, aber solche Wälder könnten das Wasser viel besser speichern. Darüber werde man in den kommenden Jahren noch froh sein. Dass der Fichtenbestand stark überwiege, liege an der schwierigen Bepflanzung der Tanne, die deutlich mehr Licht benötige, erläuterte der Forstbeamte.

Für die Windkraftanlage auf dem Brogen seien mehrere Biotope und Tümpel als ökologische Ausgleichsmaßnahme auf zwei verschiedenen Freiflächen angelegt worden. Die Freiflächen würden sich verändern und in gut zehn Jahren mehrheitlich mit Fichten zugewachsen sein. Sie sei aber für das Auerwild bestimmt interessant, stellte Gapp in Aussicht. Mit einer Futterbox, gefüllt mit Eicheln, sei ein kleines Versuchsprojekt gestartet worden. Der Eichelhäher habe seine Lieblingsspeise auch geholt. Bekanntlich verstecke er die Baumfrüchte als Wintervorrat im Boden. Trotz eines unglaublichen Gedächtnisses finde er in der Regel nicht alle Verstecke. So könnten die Eicheln auskeimen und zu neuen Nahrungsbäumen heranwachsen. Ob dies so funktioniere, müsse natürlich abgewartet werden.

Zum Schutz vor Wildverbiss bei Tannen und Fichten hatte Gapp eine andere Sichtweise als der Ortsvorsteher. Er würde gerne ohne Schutzmaßnahmen auskommen, weil sie aufwändig und teuer seien. Die Konzentration auf den Abschuss bringe die bessere Wirkung. Ortschaftsrat Matthias Weisser brachte es auf den Punkt: „Als Waldbesitzer ist mir die Art des Schutzes von Verbiss völlig egal. Hauptsache ist, es wird etwas gemacht“, sagte er.