Lieder der russischen Seele erlebten die Besuchers des Konzertes des Ural-Kosaken-Chores am Donnerstag im Haus des Gastes. Auftritte von Kosakenchören gehören in Deutschland zu besonderen Ereignissen. Hat sich doch in den Liedern die Verbundenheit zum russischen Zaren erhalten und mehr noch, die Heimatliebe wird in virtuosen Männerstimmen besungen.

Juri Gursch ist einer der Solisten am Konzert des Ural–Kosaken–Chores. Seine Bass- und Kopfstimme beeindruckt die Zuhörer.
Juri Gursch ist einer der Solisten am Konzert des Ural–Kosaken–Chores. Seine Bass- und Kopfstimme beeindruckt die Zuhörer. | Bild: Werner Mueller

Beeindruckende Stimmlagen

Die Stimmlagen, die die Sänger unter der Leitung von Vladimir Kozlovskiy im gut besetzen Konzert boten, waren beeindruckend. Erwartungsvoll warteten die Besucher auf den Einsatz der beiden Instrumente Balalaika und Akkordeon. Das zweigeteilte Konzert war im ersten Teil sakralen Kosakenliedern gewidmet. Im zweiten Teil wurde eher weltliche Musik gespielt, vereint mit Liedern welche Ivan Rebroff vor über 20 Jahren in Deutschland gesungen und bekannt gemacht hatte.

Kontakt zum Publikum

Chorleiter Kozlovskiy knüpfte mit seinen auf deutsch gehaltenen Ankündigungen einen ständig inniger werdenden Kontakt zum Publikum. Die Besucher erlebten einen Sturm russischer Stimmgewalt, welche, egal ob im Tenor oder Bass, zum Publikum durchdrang. Vielen Besuchern waren die Lieder vertraut, vor allem Titel wie „Ich bete an die Macht der Liebe“, wobei Strophen auch auf deutsch gesungen wurden. Als Komponist des ukrainischen Musikwerkes wurde Dmitri Stepanowitsch Bortnjansiki genannt. Sein Schaffen hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Kirchenmusik im 19. Jahrhundert.

Mit reichlich Beifall dankt das Publikum den Sängern des Ural – Kosaken – Chores. Bild: Werner Müller
Mit reichlich Beifall dankt das Publikum den Sängern des Ural – Kosaken – Chores. Bild: Werner Müller | Bild: Werner Mueller

Weit bis ins 14. Jahrhundert zurück reichten sakrale Lieder, wie das Mönchsgebet. Hierbei schlug die Stunde der Tenöre, welche mit bestechend reinem Klang die Melodie führten, während im Bass tiefste Borduntöne erzeugt wurden, um das Klangbild abzurunden. Das Akkordeon spielt in der Musik der Kosaken eine nicht unwichtige Rolle. Im Chor wurde das Instrument gemeinsam mit der Balalaika zum belebenden Element. Beide Instrumente wurden virtuos gespielt.

Publikum singt mit

Mit der Ansage von Rebroffs Lied „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“, ging ein Raunen durchs Publikum. Als Solist trat Juri Gursch vor das Publikum. Das Publikum durfte mitsingen. Einer der solistischen Höhepunkte war der Auftritt von Jaroslaw Melnik mit „Eintönig klingt das Glöckchen“. Sein Tonumfang von tiefster Bassstimme bis zu höchsten Kopfstimme, entlockte dem Publikum einen Beifallsturm.