Die Nachfrage nach Realschulplätzen in Baden-Württemberg steigt. Das hat auch Helmut Hertnagel, Abteilungsleiter der Realschule der Zinzendorfschulen, in den vergangenen Jahren festgestellt: „Es haben sich oft mehr Kinder angemeldet, als wir aufnehmen konnten.“ Darauf wollen die Zinzendorfschulen jetzt reagieren. Ab September soll die Realschule wieder zweizügig werden.

Schulleiterin Beate Biederbeck und Abteilungsleiter der Realschule Helmut Hertnagel vor dem Haus Spangenberg, wo bereits einige Realschulklassen untergebracht sind.
Schulleiterin Beate Biederbeck und Abteilungsleiter der Realschule Helmut Hertnagel vor dem Haus Spangenberg, wo bereits einige Realschulklassen untergebracht sind. | Bild: Hanna Mayer
  • Plätze und Kosten: Zum neuen Schuljahr sollen zwei fünfte Klassen mit jeweils 24 Schüler starten. 120 Euro pro Monat kostet der Schulbeitrag. Änderungen im Privatschulgesetz haben, so Hertnagel, dazu beigetragen, dass die Kosten gesenkt wurden. Zuvor hätten die Gebühren 190 Euro monatlich betragen. „Die Entscheidung der Landesregierung freut uns“, so Hertnagel. Die Kostensenkung sei „attraktiv für Eltern und klingt bezahlbarer.“
    Die Realschüler können sich auch für das Tagesinternat für drei, vier oder fünf Tage die Woche anmelden. Außerdem bieten die Zinzendorfschulen einen Kurs für Schüler mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten an.
  • Räume und Lehrer: Was bedeutet eine zweizügige Realschule für Raum- und Lehrerkapazitäten? Was die Räume betrifft seien die nächsten beiden Jahre abgedeckt, sagt Schulleiterin Beate Biederbeck. „Auch langfristig bekommen wir das hin.“ Lehrer für die beiden fünften Einsteigerklassen gebe es bereits, so Biederbeck. Mit der Zeit müssten die Lehrer schrittweise aufgestockt werden.
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  • Hintergründe: Bis 2012 war die Zinzendorf-Realschule bereits zweizügig. Damals sei der Bedarf jedoch geschwunden, so Hertnagel. Die Gründe? Zum einen nennt Hertnagel die verbindliche Grundschulempfehlung, die mit dem Schuljahr 2012/2013 abgeschafft wurde. Die unverbindliche Schulempfehlung, die seither gilt, bedeutet, dass Eltern entscheiden, auf welche weiterführende Schule sie ihr Kind nach der vierten Klasse schicken wollen. Lehrer sprechen lediglich Empfehlungen aus.
    Einen anderen Grund sieht Hertnagel in dem verstärkten Ausbau von Gemeinschaftsschulen.

Jetzt scheint sich der Trend wieder geändert zu haben. Für Gemeinschaftsschulen seien, so Hertnagel, die Anfragen eher rückläufig. Hinzu kommen Schüler, die den Anforderungen auf Gymnasien nicht gerecht werden. „Eltern merken, dass die Grundschulempfehlung doch nicht daneben liegt“, sagt Hertnagel. Mutig zu sein, also Kinder auf eine höhere Schule zu schicken, als empfohlen wurde, findet Hertnagel nicht grundsätzlich falsch, doch einige Kinder überfordere man damit. „Die Realschule ist ein solider schulischer Weg, der alle Möglichkeiten offen hält.“

  • Infos und Anmeldungen: Am Dienstag, 11. Februar, findet die sogenannte „Viertklässlerparty“ statt, bei der die Grundschüler und deren Eltern die Schule kennenlernen und sich informieren können. Danach können dann die Anmeldungsgespräche geführt werden.