Nach über zweijährigen, zähen Grundstücksverhandlungen und -Gesprächen könnte es jetzt schnell gehen. Am Freitag stimmte der Ortschaftsrat dem Planentwurf und den eingearbeiteten Stellungnahmen von Behörden zum Baugebiet „Winterberg-West“ zu. Er fasste den Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat, die Verwaltung mit der öffentlichen Auslegung zu beauftragen.

Ortsvorsteher Frank Schwarzwälder sprach von einem besonderen Tag. Trotz größter Mühen sei es nicht gelungen, alle gewünschten Grundstücke zu bekommen, auf rund 5000 Quadratmeter müsse verzichtet werden. Mit nun 1,6 Hektar und 20 Plätzen könne man dennoch ein attraktives Wohngebiet anbieten, das eine tolle Aussicht über den Ort gewährt. Der Innenentwicklung sei man so gut es ging nachgekommen, bekräftigte Schwarzwälder.

Es gibt schon eine Warteliste

Wie Bürgermeister Fritz Link versicherte, seien alle Kaufverträge notariell besiegelt. Das neue Wohngebiet stelle aufgrund der topografischen Lage bei der Erschließung eine Herausforderung dar. Es hätten sich bereits zahlreiche Interessenten gemeldet, es gebe eine Warteliste. Die Vergabe werde in der Reihenfolge der eingegangenen Bewerbungen erfolgen. Wer ein Grundstück kaufe, müsse dieses innerhalb von drei Jahren bebauen, sonst gehe es zurück an die Gemeinde. Bei der Erschließung würden Leerrohre für Glasfaser verlegt, beantwortete der Bürgermeister mehrere Fragen von Bürgern aus der Einwohnerfragestunde. Nicht nachvollziehen konnte Link die eingegangene Stellungnahme der Raumordnungsbehörde des Regierungspräsidiums Freiburg. Diese argumentiert, dass das Plangebiet spornartig in den westlich gelegenen Freiraum hineinragt und somit nicht mehr von einem Anschließen gesprochen werden kann. Die Verwaltung vertrete weiterhin die Auffassung, dass die Voraussetzungen für ein vereinfachtes Verfahren erfüllt seien. Die Gemeinde strebe kein Schnellverfahren an, wie es in den Formulierungen der Behörde anklinge. „In der Talaue ist eine Bebauung nicht möglich. Wir haben großen Bedarf und wollen zügig erschließen“, machte der Bürgermeister deutlich.

Zahlreiche Zuhörer kommen zur Sitzung des Ortschaftsrats Burgberg, der dem Entwurf des Wohngebiets „Winterberg-West“ zustimmte. Bilder: Lothar Herzog
Zahlreiche Zuhörer kommen zur Sitzung des Ortschaftsrats Burgberg, der dem Entwurf des Wohngebiets „Winterberg-West“ zustimmte. Bild: Lothar Herzog

Planerin Irina Esterlein betonte, bei dem Vorhaben handle es sich nicht um eine Entwicklung im Außenbereich, sondern um ein zusammenhängendes Wohngebiet. Am nördlichen Gebietsrand seien öffentliche Grünflächen vorgesehen. Dadurch werde die in der Nähe bestehende FFH-Mähwiese gesichert und es könnten Retentionsflächen zur Ableitung des Niederschlagswassers im Plangebiet geschaffen werden. Des Weiteren werde ein Pufferstreifen zwischen der Bebauung und dem außerhalb des Baugebiets liegenden geschützten Biotop angelegt. Die artenschutzrechtlichen Belange würden berücksichtigt und es seien keine erheblichen Beeinträchtigungen der Schutzgebiete zu erwarten.

Wie Ingenieur Stefan Hähnle einräumte, gestalte sich die Entwässerung schwierig. Das Oberflächenwasser werde in zwei Dolen durch das Baugebiet in die Retentionsmulde geleitet und von dort verzögert über einen vorhandenen Wiesengraben dem Hühnerbach zugeführt. Die Erschließung erfolge über den vorhandenen Winterbergweg, der auf einer Breite von 5,50 Meter weitergeführt werde. Die beiden Querspangen mit etwa zehn Prozent Steigung seien 4,50 Meter breit und erhielten beidseitig einen Bordstein. Durch den verkehrsberuhigten Bereich könne auf einen Gehweg verzichtet werden, schilderte Hähnle.