„Es geht nur im Konsens“, fasste Thomas Kring am Mittwoch im Gemeinderat zusammen. Das sei die Grundvoraussetzung für die geplante ökologische Umgestaltung des Areals Gaienbühl-Rohrmoos auf Königsfelder Gemarkung. Diese gehört zum Naturschutz-Großprojekt Baar, dessen Leiter der Agraringenieur und Landschaftsplaner aus Hüfingen ist.

Damit sich seltene Tiere und Pflanzen auf dem Areal noch wohler fühlen als bisher, soll es extensiver bewirtschaftet werden. Die Landwirte sind dazu bereit, vernahm das Gremium mit spürbarer Erleichterung. Es lobte den Planungsstand. Bürgermeister Fritz Link sprach von einem Glücksfall.

Das Naturschutzgroßprojekt erstreckt sich über fast 5000 Hektar Baar-Landschaft bis in die Blumberger Gegend, 123 Hektar liegen auf Königsfelder Gemarkung. Es wird zu 90 Prozent aus dem Förderprogramm Chance Natur des Bundes finanziert. Den Rest trägt der Landkreis. Das Gros der Königsfelder Fläche gehört der Gemeinde, insbesondere die Enzianwiese im Gewann Gaienbühl, die als Allmendfläche von Neuhausener Bauern genutzt wurde. Bis heute haben sie die Enzianwiese als Grünland gepachtet. Ackerbau wird nicht betrieben.

Von den Landwirten wird eine weitere Extensivierung erwartet; sie sollen die Wiesen weniger oft im Jahr mähen und auf den Einsatz von industriellem Dünger verzichten. Für den damit verbundenen Einnahmeausfall respektive die Verknappung des Viehfutters sollen sie Ausgleichsgelder erhalten.

Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, beschrieb Bürgermeister Fritz Link Synergieeffekte. Für die Bauern ergibt sich eine attraktive Einkommensnische, zugleich leisten sie mit der Offenhaltung von Flächen einen Beitrag zum Naturschutz. Der begradigte Bach im Rohrmoos soll sich wieder natürlich schlängeln, der Tümpel größer und der angrenzende Wald sumpfiger und artenreicher werden.

Spaziergänger sollen auf Wegen durch das renaturierte Gebiet laufen dürfen und werden auf Info-Tafeln über Flora und Fauna aufgeklärt. Die Verlegung der Hochspannungstrasse unter die Erde, was Thomas Fiehn gefallen würde, ist laut Kring ökologisch nicht nötig und nicht finanzierbar. Auch an die Entfernung der Drainagen sei nicht gedacht. Als nächster Schritt sollen Prioritäten festgelegt und Pflegeverträge mit den Landwirten vereinbart werden. „Das dürfen keine Almosen, sondern müssen ordentliche Honorare sein“, war Hans Mack wichtig. Die Renaturierung soll im Sommer 2017 starten und wird sich über zehn Jahre hinziehen. Mitte Juni wird die Bevölkerung bei einem Projekttag informiert.