Es ist eine besondere Aktion, die der Verein Kunstkultur Königsfeld sich ausgedacht hat, um die Kunstszene etwas zu beleben – und ganz nebenbei auch noch etwas für die Vereinskasse zu tun. Über Wochen haben die Mitglieder Kunst gesammelt, die nun, am Samstag, einen neuen Besitzer finden soll.

"Uns haben gut 300 Arbeiten erreicht", sagt der Vorsitzende Manfred Molicki. Man sei überrascht über diese große Resonanz und habe zudem eine große Anzahl besonders wertvoller Bilder bekommen. Vordergründiges Ziel der Aktion war es jedoch, die Leute dazu zu animieren, über Kunst zu reden. Das gilt auch für den Kunstbegriff als solchen. "Kunst oder Kitsch", lautet das Motto – und jeder darf in dieser Sache seine eigene Meinung haben.

Genau so soll die Ausstellung am kommenden Samstag auch ablaufen. Jeder kann selbst entscheiden, ob ihm ein Werk gefällt und auch einen Preis dafür definieren. Nur bei besonders wertvollen Stücken werde es, so erklärt der Vorsitzende, ein Bieterverfahren und ein Mindestgebot geben. "Grundsätzlich ist es aber so, dass der Besucher den Preis bestimmt", sagt Manfred Molicki.

Den Verein haben die unterschiedlichsten Werke erreicht. Sie wurden von Unterstützern aus der ganzen Region eingereicht. Häufig, weil die Spender die gute Sache unterstützen wollten. Manchmal, weil Sammler einfach etwas Platz schaffen wollten. Mit dabei seien beispielsweise auch viele Werke mit Bezug zu Königsfeld und der Herrnhuter Brüdergemeine. Auch ein Nachdruck von Guiseppe Reichmuths bekanntem Werk "Eiszeit Zürich", von dem es nur eine kleine Auflage gibt, sei vorbeigebracht worden. Über den Wert habe Manfred Molicki mit dem Künstler selbst und einem Schweizer Kunsthistoriker gesprochen. Die Schätzung geht von etwa 400 Euro aus. Zudem stehe ein Bild des Künstlers Werner Berges, allerdings mit einem Wasserschaden, zum Weiterverkauf zur Verfügung. Ohne Wasserschaden, so sagt Manfred Molicki, hätte das Werk einen Wert von rund 1500 Euro.

Mit dem Geld, das am Rande der Aktion übrig bleibt, wolle man dann dem Satzungszweck des Vereins nachgehen. Dieser sei, die Kunst und Kultur zu fördern. Über die Eigenfinanzierung des Vereins, vor allem bezüglich der Mietkosten für den Kunstraum, hatte es im vergangenen Jahr Diskussionen gegeben, weil der Verein bei der Gemeindeverwaltung um Unterstützung gebeten hatte. Mittlerweile könne man dank vieler Aktionen und Unterstützer zuversichtlich in die nähere Zukunft blicken.

Ausstellung

Die gesammelten Werke sollen am Samstag, 4. März, von 15 bis 17 Uhr in einer Ausstellung präsentiert werden. Der Verein Kunstkultur Königsfeld hat Arbeiten von vielen Künstlern gesammelt. Darunter Werner Berges, Horst Janssen, Lore Will, Paul Revellio, Gotthard Glitsch, Hann Trier, Georg Meistermann, Giuseppe Reichmuth, Rosina Wachtmeister, Jutta Cuntze, Dieter Aschenborn, Ola Liland, Hundertwasser und HAP Grieshaber. Die Ausstellung wird ebenfalls am 5. März, 11. März, 12. März und 18. März geöffnet sein – immer zur selben Uhrzeit. Die Versteigerung der ausgewählten Werke findet zu dem letztgenannten Termin statt. Da die Künstlerin und Literatin Elisabeth Maschler dem Verein Kunstkultur viele Werke gespendet hat, werden ihre Werke separat in einer Ausstellung im Untergeschoss des Kunstraums präsentiert. (pga)