Wer sein Kind in einem Kindergarten in der Gemeinde betreuen lässt, wird zukünftig wieder mehr zahlen müssen. Der Ausschuss für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales hat eine Anhebung der Elternbeiträge für das Kiga-Jahr 2018/19 beschlossen. Aber auch für Eltern, die die Randzeitenbetreuung an den Grundschulen in Anspruch nehmen, wird sich finanziell etwas ändern.

  • Kindergarten: Eltern zahlen bisher für ein Kind für den Regelkindergarten einen Beitrag von 111 Euro, zuzüglich einem in der Gemeinde geltenden Aufschlag von drei Euro, mit dem die Kosten für die Gemeinde verringert werden sollen. Im kommenden Kiga-Jahr zahlen Eltern insgesamt 117 Euro im Monat. Bei Familien mit zwei Kindern im Kindergarten sind es zukünftig je 90 Euro, anstatt 87 Euro, bei drei Kindern jeweils 61 Euro, anstatt 59 Euro, und bei Familien ab vier betreuten Kindern erhöht sich der Beitrag für den Regelkindergarten von bisher je 21 Euro auf 22 Euro.
  • Konkrete Kosten: Konkret bedeutet das bei einer Familie mit einem betreuten Kind, dass der Kindergarten Regenbogen in Buchenberg 135 Euro im Monat kostet, der Kindergarten Windrad in Erdmannsweiler 108 Euro in den Regelöffnungszeiten und 150 Euro in den verlängerten Vormittagsöffnungszeiten und die Kindertagesstätte Neuhausen in den Regelöffnungszeiten 137 Euro, in den verlängerten Vormittagsöffnungszeiten 182 Euro und in den erweiterten Öffnungszeiten 162 Euro.
  • Kinderkrippe: Auch die Betreuung in Kinderkrippen wird für Eltern teurer. So musste bisher für ein betreutes Kind 325 Euro gezahlt werden. Dieser Beitrag steigt nun um zehn Euro auf 335 Euro. Eltern mit zwei Kindern in der Krippe zahlen statt bisher je 242 Euro, nun 249 Euro, bei drei Kindern sind es 169 Euro, statt 164 Euro und ab vier kostet die Kinderbetreuung nun 67 Euro, anstatt 65 Euro.
  • Notwendiges Übel: Das die Elternbeiträge steigen, versetzte einige Mitglieder des Ausschusses nicht in Euphorie. "In der Öffentlichkeit wird diskutiert, Kindergärten kostenfrei zu machen, und wir machen das Gegenteil", sagte Gemeinderat Jan-Jürgen Kachler. Gerne würde man das kostenfrei machen, meinte Bürgermeister Fritz Link. Königsfeld müsse aber jährlich, trotz Elternbeiträge, ein Defizit von 800 000 bis 900 000 Euro stemmen. "Es ist, wie so häufig, eine finanzielle Frage."
  • Gratisbetreuung ist vorbei: Eine Änderung gibt es auch beim Benutzungsentgeld für die verlässliche Grundschule an den Grundschulen Burgberg, Königsfeld und Neuhausen, wo eine Betreuung von Schülern vor Unterrichtsbeginn und nach Unterrichtsende angeboten wird. Bei diesen Beiträgen gab es bisher deutliche Unterschiede. An der Grundschule Burgberg kostete dies die Eltern jährlich 88 Euro und an der Schule in Neuhausen sogar 600 Euro, wobei hier die Ferienbetreuung inklusive war. Schüler an der Grundschule Königsfeld wurden hingegen bislang kostenlos betreut, ein Zustand, der nicht mehr länger geduldet werden soll. "Ich kann nicht grundsätzlich Gleiches ungleich behandeln", sagte Bürgermeiter Link.
  • Solidaritätsmodell: Die Beiträge sollen zukünftig gleichmäßig unter den Eltern, die diese Randzeitenbetreuung in Anspruch nehmen, kostendeckend aufgeteilt werden. Daraus ergibt sich, dass die verlässliche Grundschule in Burgberg jährlich 140 Euro, statt 88 Euro kosten soll. In Königsfeld steigt der Beitrag auf 85 Euro. Eltern in Neuhausen sparen hingegen und müssen zukünftig 125 Euro, zuzüglich dem Mittagessen, zahlen. Für die Ferienbetreuung werden pro Schuljahr 250 Euro fällig. Die Gemeinde wird sich bei diesem Solidarmodell mit jährlich rund 4100 Euro beteiligen. Die Beitragshöhe ergebe sich aus der derzeitigen Situation mit rund 100 betreuten Schülern, betonte Hauptamtsleiter Steffen Krebs. Bei mehr Anmeldungen, werde es für den Einzelnen günstiger, bei weniger teurer.
  • Große Enttäuschung: Für Frank Schwarzwälder, Ortsvorsteher von Burgberg, stellt dieses Modell eine erneute Ungleichbehandlung dar. In Königsfeld und Neuhausen erfolge die Betreuung durch qualifizierte Fachkräfte, in Burgberg hingegen durch eine Hausfrau und Mutter, die das zwar sehr gut und zuverlässig mache, aber eben keine gelernte Fachkraft sei. "Wir können nicht von Gleichheit sprechen", sagte der Ortsvorsteher. "Wir sind mit 140 Euro todunglücklich. Wir haben eine Verteuerung, obwohl wir ein sehr günstiges Modell fahren." Gemeinderat Gunther Schwarz zeigte Verständnis für die Enttäuschung derjenigen, die nun mehr zahlen müssen, sah aber keine Alternative. "Jeder Schnitt ist schmerzhaft. Es ist bitter für zwei Standorte, aber ich sehe leider keine Alternative zur Gleichbehandlung", sagte er.