Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (Bund) Königsfeld-St. Georgen wird sich nicht am runden Tisch in Königsfeld beim Suchlauf für einen Mobilfunkmast im Ortsteil Burgberg beteiligen. Des Weiteren wurde in der Hauptversammlung im Café "Schoren" beschlossen, das Biotop am Kreisel bei der Unteren Naturschutzbehörde eintragen zu lassen.

Wie Kassenprüfer Claus Ding erläuterte, stelle der runde Tisch aufgrund der gemachten Erfahrungen beim Suchlauf der Telekom für einen Sendemast in Erdmannsweiler und Neuhausen im vergangenen Jahr kein bewährtes Verfahren dar. Die Bund-Ortsgruppe sehe dieses Format als gescheitert an.

Zur Mitarbeit nicht mehr bereit

Da nun die Telekom einen weiteren Suchlauf für einen Sendemast in Burgberg starte, wolle die Verwaltung diesen runden Tisch erneut einsetzen. Er und Vorsitzender Axel Maier seien jedoch nicht mehr bereit, in diesem Gremium, in dem die Fakten schon vorher abgearbeitet würden und man zur Verschwiegenheit verpflichtet werde, weiter mitzuwirken. Er empfehle deshalb, sich daran nicht zu beteiligen, zog Ding die Konsequenz. Dies befürwortete die Versammlung mehrheitlich.

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Vorsitzender Maier betonte, im Technik- und Umwelt-Ausschuss würde er gerne weitermachen, obwohl er kein Stimm- und Antragsrecht besitze. Es bestünde für die Grünen die Chance, nach den Kommunalwahlen am 26. Mai mehr als die bisherigen zwei Sitze im Gemeinderat zu besetzen.

Biotop nicht für Autos opfern

Claus Ding erinnerte daran, dass die Bund-Ortsgruppe seit über 20 Jahren das Biotop beim Kreisverkehr im Auftrag der Gemeinde Königsfeld pflege. Die Gemeinde habe nun vor, dieses Biotop für Parkplätze für die Ansiedlung der Märkte Aldi und Rossmann zu opfern. Seinem Kenntnisstand nach, sei dieses wertvolle Biotop noch nicht in einer Karte eingetragen. Er stelle deshalb den Antrag, die Eintragung bei der Unteren Naturschutzbehörde zu veranlassen. Auch hierfür gab es einen mehrheitlichen positiven Beschluss.

Blumenwiese für Wildbienen

Gerhard Dingler informierte die Mitglieder darüber, dass er eine circa 1,3 Hektar große Wiese hinter dem Gelände des FC Königsfeld erwerben und sich den Traum von einer Blumenwiese für Wildbienen und Insekten erfüllen wolle. Hierzu erhoffe er sich von der Ortsgruppe Unterstützung. Er sei bereit, die Wiese später altersbedingt dem Verein zu überlassen. Dies wurde ihm zugesichert. Ebenso stößt ein Vorhaben von Sporttherapeutin Christian Potschaske bei der Ortsgruppe auf Zustimmung. Sie will zusammen mit der Gemeinde auf Schottergartenbesitzer zugehen, um wieder mehr Flächen für Wildbienen und Insekten zu schaffen,

Vorausblickend zu den Aktivitäten in diesem Jahr verwies Maier auf eine vogelkundliche Führung durch den Jungbauernwald am 15. April mit dem Forstrevierleiter Peter Gapp. Dabei soll auch gezeigt werden, wie sich die vor einem halben Jahr angelegten Biotope entwickelt haben. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr am Rathaus. Gapp empfiehlt, Gummistiefel mitzubringen.

Den Fledermäusen auf der Spur

Weitere Führungen und Aktionen sind im Glasbachtal vorgesehen, ebenso eine Fledermausaktion, bei der mit Detektoren die Geräusche der Nachtjäger erkenntlich gemacht werden sollen. Des Weiteren will die Ortsgruppe der Öffentlichkeit auf der Wiese beim Zinzendorfschul-Sportplatz zeigen, wie sie sich eine Blumenwiese vorstellt.

Zu den alljährlich wiederkehrenden Aufgaben gehört auch das Abräumen des Grünguts auf der feuchtnassen Wiese im Talgrund des Untermühlbachhofs in Königsfeld. Weil dies ohne Traktor geschehen müsse, seien freiwillige Helfer gerne willkommen, so Maier.

Zum Abschluss zeigte Förster Philipp Weiner einen fesselnden Grönlandvortrag mit faszinierenden Bildern unter dem Titel "Lemminge, Schnee-Eulen und Eisbären – Die Arktis im Griff des Klimawandels".