„Dieses Jahr wird es keine große Veranstaltung für die Actionkidz geben“, sagte Annerose Klingner-Huss neulich. Sie betreut an den Zinzendorfschulen die Schüler, die sich in den fünften und sechsten Klassen seit Jahren gegen Kinderarbeit engagieren. Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte: Die fleißigen Spendensammler haben ein Privatkonzert mit dem Kindernothilfe-Botschafter Wincent Weiss gewonnen.

Die Zinzendorfschüler sind besonders eifrig dabei, seit es die sogenannten Actionkidz überhaupt gibt. Jahr für Jahr bieten sie Nachbarschaftshilfe gegen eine kleine Spende zugunsten notleidender Kinder an und liegen oft mit ihrer Gesamtspende an die Kindernothilfe bundesweit ganz vorne. Auch in diesem Jahr waren sie in ihrer Alterskategorie in ganz Deutschland das Team, das die höchste Summe gespendet hat. Für ihren Einsatz bekommen sie als Dankeschön 700 Euro für die Klassenkassen – eine Summe, die zum größten Teil gespart wird, um davon dann eine größere Aktion wie etwa in der Vergangenheit den Auftritt eines Zauberers zu finanzieren.

Das Exklusivkonzert mit dem Popmusiker Wincent Weiss könnten die Actionkidz damit aber sicher nicht finanzieren. Die Zinzendorfschüler haben dieses besondere Event gewonnen, weil sie mit den 4991 Euro die Gesamtspendensumme von einer Million Euro in zehn Jahren Actionkidz geknackt haben.

Dafür hatten sie sich wieder einmal sehr ins Zeug gelegt. Gina und Celia zum Beispiel haben im Supermarkt Regale eingeräumt, Felix half seinem Vater auf dem Bau, Leon putzte Autos, Chantal und Cecilia eine Wohnung, Charlotte und Zarah zupften Unkraut. „Die jetzige 7R war in der fünften und sechsten Klasse besonders eifrig“, lobte Annerose Klingner-Huss, aber natürlich haben alle ihren Beitrag dazu geleistet, wieder einmal ein tolles Ergebnis zu erreichen.

In diesem Jahr kamen insgesamt rund 102 000 Euro zusammen. Davon werden spezielle Lernzentren für die Kinder der Ziegelarbeiter im indischen Nirmali betrieben. Sie lernen dort soweit Schreiben, Lesen und Rechnen.