Vor knapp einem Jahr sind sie bei Landwirt Berthold Hils aufgetreten, nun bei der Feuerwehr Weiler. Gefällt es Ihnen in dem Königsfelder Ortsteil so gut oder hat das etwas mit der nahen Grenze zwischen Badenern und Schwaben zu tun?

Es war ein ganz besonderer Auftritt bei der letztjährigen „Heimat.tour 2017“. Es hat geregnet wie aus Kübeln und die Familie Hils hat innerhalb kürzester Zeit ein großes Zelt organisiert, damit alle Zuschauer im Trockenen sitzen. Ich hatte das Gefühl, da helfen nicht nur die ganze Familie und die Vereine, sondern das ganze Dorf mit, den Auftritt zu realisieren. Das hat mich beeindruckt. Als die Anfrage von der Feuerwehr kam, war klar, dass ich mit meiner schwäbischen Kollegin Heike Sauer das Baden-Württemberg-Menü spielen will. Ich freue mich riesig. Das wird auf jeden Fall ein Highlight, vor allem so nah an der inner-baden-württembergischen Grenze!

Seit wann treten sie im Duo mit Heike Sauer auf und wie ist es dazu gekommen?

Heike Sauer hat ein Jahr vor mir den baden-württembergischen Kleinkunstpreis 2008 gewonnen. Als Preisträger hatten wir verschiedene gemeinsame Auftritte und da entstand die Idee, einen badisch-schwäbischen Abend zu gestalten. Zum 65-jährigen Bestehen des Bundeslandes haben wir gemeinsam dann ein Theaterstück geschrieben, wo die Bühnenfiguren Marlies Blume als schwäbische Stadtnudel auf das badische Landei Fidelius Waldvogel trifft, um humorvoll die gemeinsame Geschichte und auch die Eigenheiten des jeweiligen Landesteils zu zeigen.

Was dürfen die Besucher am Freitagabend erwarten?

Wir wollen natürlich unterhalten mit Humor und Musik. Zwei verschiedene Typen treffen mehr oder minder ungewollt aufeinander. Kann man den anderen in seinem Anderssein akzeptieren und in die eigene Welt integrieren, kann gemeinsam etwas Neues daraus entstehen oder kommt es zur Ablehnung? Werden Grenzen gezogen und Mauern gebaut? Unsere beiden Bühnenfiguren sind hierfür perfekt geeignet, weil sie charakterlich als Badener und Schwäbin extrem verschieden sind. Wir haben die Chance am Schopf gepackt und machen den Zwist auf der Bühne lebendig.

Wie kam es dazu, dass Sie als gelernter Zimmermann diesen beruflichen Weg einschlugen?

Ich hatte einen schweren Betriebsunfall und konnte die schwere Arbeit als Zimmermann nicht mehr ausüben. Über viele Umwege bin ich schließlich auf der Bühne gelandet.

Als Kabarettist haben sie nicht nur in Baden-Württemberg schon viele Bühnen betreten. Wo würden Sie kein zweites Mal hingehen?

Da muss ich überlegen? Nein, es fällt mir kein Ort ein. Sogar am Jadebusen hat man meine badische Mundart verstanden und das Publikum war sehr begeistert.

Sie leben und wohnen in Breitnau und bezeichnen sich als Ur-Schwarzwälder. Was muss sich der Leser darunter vorstellen?

Nicht ich, sondern meine Bühnenfigur Fidelius Waldvogel ist ein Urschwarzwälder. In dieser Figur versuche ich, den badischen Schwarzwälder zu überzeichnen und seine Originalität zu zeigen. Er ist direkt, rau und ungeschliffen, aber im Herzen tief emotional und herzensgut!

Als Schauspieler sind sie zudem bekannt aus der Fernsehserie „Die Fallers“ und auch im „Tatort“ treten sie in Gastrollen auf. Spricht man Sie schon auf offener Straße an und wie gehen sie damit um?

Ja, natürlich kennt man mich und man spricht mich an. Ich freue mich, wenn ich auf der Straße erkannt werde und jemand ein Selfi mit mir machen will. Aber da wo ich zu Hause bin, kennt man mich und da spricht man mich auch nicht an. Da bin ich der, der ich schon immer war!