Richtig durchatmen kann man in Königsfeld, wenn man den Messergebnissen des Deutschen Wetterdiensts glauben schenkt, die in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales vorgestellt wurden. Dabei ging es darum, ob sich die Gemeinde auch weiterhin Heilklimatischer Kurort und Kneippkurort nennen darf. Auch die Rezertifizierung Heilklimatischer Kurort der Premium Class konnte erreicht werden, wie Kurgeschäftsführerin Andrea Hermann berichtete.

Die Überprüfung der Luftqualität erfolge alle zehn Jahre, sofern nach fünf Jahren keine deutlichen Verschlechterungen vorliegen, erklärte Andrea Hermann. Die jüngste Messung fand vom 14. Oktober 2016 bis zum 3. November 2017 statt. Gemessen wurde an zwei Stellen – dem Zinzendorfplatz und dem Kurpark. Beide Standorte seien ausgewählt worden, da sich dort viele Menschen aufhalten. Zudem fahren auf der Straße am Zinzendorfplatz viele Autos vorbei.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen, gerade auch im direkten Vergleich mit den Werten von vor zehn Jahren. Am Zinzendorfplatz sei im Messzeitraum durchschnittlich 7,3 Mikrogramm Grobstaub pro Kubikmeter Luft gemessen worden, berichtete Andrea Hermann. Erlaubt wären an einem solch verkehrsreichen Messpunkt bis zu 22 Mikrogramm. Der gemessene Grobstaub bestehe hauptsächlich aus mineralischen Bodenteilchen, die vom Wind oder durch Fahrzeuge aufgewirbelt werden. Im Kurpark seien 4,8 Mikrogramm gemessen worden.

Beide Werte liegen unter dem Ergebnis von 2006/07. Damals wurde am Zinzendorfplatz ein Durchschnittswert von 13,6 Mikrogramm und im Kurpark von 4,9 Mikrogramm Grobstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. Dass der Wert am Zinzendorfplatz so deutlich gesunken ist, hänge wohl mit der Verkehrsberuhigung zusammen, die dort eingerichtet worden ist, meinte die Kurgeschäftsführerin.

Ebenfalls gemessen wurde die Konzentration von sogenanntem opaken Grobstaub, der hauptsächlich aus dem Abrieb der Autoreifen und des Straßenasphalts besteht und beim Heizen mit Holz oder Kohle entsteht, und Feinstaub, das durch Abgase in die Luft gelangt. Mit durchschnittlich 1,71 Mikrogramm opakem Grobstaub und 7,2 Mikrogramm Feinstaub liegen die am Zinzendorfplatz gemessenen Werte auf kurortüblichem Niveau, sagte Andrea Hermann

Bürgermeister Fritz Link sah die Ergebnisse als Beleg, dass die Luftqualität in Königsfeld trotz zum Teil umstrittener Bauprojekte weiterhin gut sei. "Die Doppelprädikatisierung mit besten Ergebnissen ist bestätigt", sagte er. Gemeinderat Peter Hase freute sich, über die guten Nachrichten. Die Gemeinde müsse sich nicht verstecken oder ihr Licht unter den Scheffel stellen.

Freuen dürfen sich die Königsfelder auch über die Rezertifizierung als Heilklimatischer Kurort der Premium Class. Dabei wurden drei Bereiche überprüft: Präsenz des Prädikats Heilklimatischer Kurort bei Informieren und Buchen, Klimaschutz im Heilklimatischen Kurort sowie Gesund und aktiv im Heilklima. In allen Bereichen habe Königsfeld die erforderliche Punktezahlen erreichen können, sagte Kurgeschäftsführerin Hermann. "Wir liegen weit über dem, was wir haben müssen."

Prädikate

  • Heilklimatischer Kurort: Das Prädikat Heilklimatischer Kurort wird in Deutschland an Kurorte verliehen, deren Klima therapeutisch wirksam ist. Laut Verband der Heilklimatischen Kurorte Deutschlands gibt es hierzulande 51 Heilklimatische Kurorte.
  • Premium Class: Als Heilklimatische Kurorte der Premium Class, also der Premiumklasse, werden solche Orte ausgezeichnet, die sich noch weitergehend um den Erhalt der Umwelt und Natur bemühen. In Deutschland gibt es 16 Heilklimatische Kurorte der Premium Class. (tol)

 

„Die Doppelprädikatisierung mit besten Ergebnissen ist bestätigt.“

Fritz Link, Bürgermeister

„Wir liegen über dem,was wir haben müssen.“

Andrea Hermann,Kurgeschäftsführerin