Wenn alte, nicht mehr gebrauchte Zigarettenautomaten und künstlerisches, kreatives Denken zusammenkommen, ist nichts unmöglich, meinten vor etwa 18 Jahren Künstler in Potsdam und brachten die ersten Kunstautomaten zur Welt. Sie bemalten die alten Kästen mit den unterschiedlichsten Motiven und baten Künstler, die neuen Schachteln mit einem Kunstwerk verschiedenster Formen, Materialen und Stilarten zu füllen. Dabei gab es nur eine Bedingung: das Kunstwerk muss in das Schachtelformat auf acht mal fünf mal zwei Zentimeter passen.

Initiiert vom Verein Kunstkultur Königsfeld wurde der erste Kunstautomat am Sonntagnachmittag in der Albert-Schweitzer-Klinik in Königsfeld eröffnet. Ab jetzt kann man in Königsfeld in der Klinik und am Kunstraum als Mitbringsel einem lieben Menschen eine Kunstschachtel mit Überraschungseffekt für vier Euro schenken und dabei wissen: Man schenkt ein vom Künstler handgefertigtes Unikat.

Wie Manfred Molicki, der erste Vorsitzende des Kunstvereins, erklärte, hätten anerkannte nationale und internationale Künstler für diese Aktion Unikate gefertigt und unterstützten damit die Idee, auf diese ungewöhnliche Weise originale Kunst für wenig Geld zu verbreiten.

Arbeiten von Künstlern aus der Region befinden sich in einem extra gekennzeichneten Automaten-Auszug. Zusammen mit dem Kunstwerk erhält man noch einen "Beipackzettel" mit Informationen über den Künstler sowie dessen Kontaktdaten.

Molicki erzählte, die regionalen Kunstwerke in den beiden Königsfelder Automaten seien Werke vorwiegend von den Küntlermitgliedern des Königsfelder Kunstvereins. Er meinte, dass man damit auch ein kleines Wohnzimmer geschmacksvoll und individuell beschmücken könne oder sich bei Bedarf vom Künstler ein größeres Exemplar anfertigen lassen kann.

Inga Bloss, eine Besucherin der Albert-Schweitzer-Klinik aus Bad Säckingen, hat sich direkt nach der Eröffnung an der Klinik ein Kunstwerk aus dem Automaten geholt. Sie hat sich für die überregionale Kunst entschieden und in ihrer Schachtel die Textilarbeit einer Potsdamer Künstlerin gefunden. Sie habe das kleine Unikat mit den afrikanischen Motiven, welche die Sehnsucht nach dem Frieden vermittelten, so nett gefunden, dass sie es zuhause in Bad Säckingen bald einrahmen wolle, sagte sie.