Auf der malerischen Ruine Waldau werden Drachen erlegt. Geht nicht? Doch, denn beim 21. Burgspektakel der Gemeinde Königsfeld feierte nun die Eigenproduktion der Burgtheater AG mit der Premiere von „Siegfried – Götterschweiß und Heldenblut„ ein wahrhaftiges Nibelungenspektakel.

Ein Germanical

Mit dieser lustigen Heldenverehrung um Götter, Recken und Jungfrauen hat es das spielfreudige Ensemble einmal mehr geschafft, die Zuschauer zu begeisterten Lachsalven zu animieren. Musikalisch unterstützt wird das „Germanical“ mit einer Live-Band. „Ein klassischer Stoff mit moderner Rockmusik„, wie Bürgermeister Fritz Link in seiner Eröffnungsrede anmerkt.

Walhalla ist pleite

Doch worum geht es? Zur Geschichte des Nibelungenliedes sollte man eigentlich nicht viel sagen müssen. So viel sei jedoch verraten: Walhalla ist pleite. Gott Wotan (Gunther Schwarz) ist bis über beide Ohren verschuldet und seiner resoluten Gattin Fricka (Ela Schulte) geht so langsam die Geduld aus. Wotans Tochter Brünhilde (Olaf Jungmann) soll daher unter die Haube kommen, damit die Unterhaltszahlungen endlich aufhören. Dazu muss aber ein Held her, denn Brünhilde sitzt in einer undurchdringlichen Waberlohe, einem ringförmigen Feuerwall.

Gottvater Wotan (Gunther Schwarz) und seine Gattin Fricka (Ela Schulte) bei der Teezeremonie.
Gottvater Wotan (Gunther Schwarz) und seine Gattin Fricka (Ela Schulte) bei der Teezeremonie. | Bild: Kirsten Strötgen

Tapfere Helden

So sendet also Wotan den tapferen Helden Siegfried (Klaus Richter) aus, um Brünhilde aus der Waberlohe zu befreien. Dieser landet jedoch am Hofe des selbstverliebten und eitlen Burgunderkönigs Gunther (Peter Horn) und verliebt sich dort in dessen Schwester Kriemhild (Kini Dannert). Doch auch Gunther sucht, wie könnte es auch anders sein, eine Gattin, weshalb er mithilfe von Siegfried auszieht, um Brünhilde zu befreien.

Das Lindenblatt auf der Schulter wird Siegfried (Klaus Richter) zum Verhängnis. Hagen (Götz Knieß) tötet Siegfried mit dem Speer. Im Hintergrund ein entsetzter König Gunther (Peter Horn).
Das Lindenblatt auf der Schulter wird Siegfried (Klaus Richter) zum Verhängnis. Hagen (Götz Knieß) tötet Siegfried mit dem Speer. Im Hintergrund ein entsetzter König Gunther (Peter Horn). | Bild: Kirsten Strötgen

Viel Heldenblut

Zum schicksalshaften Geschehen tragen in weiteren Rollen der machtgierige Zwergenkönig Alberich (Dietmar Schlau) und sein finsterer Sohn Hagen (Götz Knieß) bei. Das Ende gipfelt in einem fröhlichen Sterbelied und jeder Menge Heldenblut.

Brünhilde (Olaf Jungmann) muss aus der Waberlohe befreit werden. Siegfried (Klaus Richter) und Gunther (Peter Horn, rechts im Bild) versuchen dies mit der Tarnkappe aus dem Drachenhort. Bild: Kirsten Strötgen
Brünhilde (Olaf Jungmann) muss aus der Waberlohe befreit werden. Siegfried (Klaus Richter) und Gunther (Peter Horn, rechts im Bild) versuchen dies mit der Tarnkappe aus dem Drachenhort. | Bild: Kirsten Strötgen

Jungmann als Mannweib

Jedoch wäre es natürlich keine Komödie, würden die Handlungselemente und Charaktere nicht völlig absurd dargestellt. Im badisch-bayrischen Dialekt wird aus dem Geschehen eine Riesensause. Olaf Jungmann tritt als prächtiges Mannweib auf, Götz Knieß erinnert in seiner Rolle als grollender Hagen an einen bekannten Diktator. Über allem thront Göttervater Wotan, der es seiner keifenden Gattin Fricka recht zu machen versucht. Es wird gealbert, gekämpft, geliebt, gesungen und gereimt was das Zeug hält. Kein Wunder also, dass sich bei diesen Emotionen das Publikum zu stehenden Ovationen hinreißen lässt.

Bei der Premiere zum Germanical Siegfried – Götterschweiß und Heldenblut auf der Burgruine Waldau vergnügt sich das Publikum sichtlich.
Bei der Premiere zum Germanical Siegfried – Götterschweiß und Heldenblut auf der Burgruine Waldau vergnügt sich das Publikum sichtlich.

Weitere Termine

Weitere Aufführungstermine von „Siegfried – Götterschweiß und Heldenblut„ sind am Donnerstag, 18. Juli, Samstag, 20. Juli, Donnerstag, 25. Juli und Freitag, 26. Juli. Beginn: 20 Uhr. Karten: Tourist-Info Königsfeld und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.