Auf dem Stolberthof in Buchenberg Gewann Obermartinsweiler ist für Roland und Dorothee Stolbert jeden Tag Ostern. Seit die Hofbetreiber Anfang August auf eine mobile Hühnerhaltung mit circa 350 Legehennen umgestellt haben, gehört das tägliche Eiersuchen im Dinkelspelz-Nest zum Alltagsgeschäft. Um der Bevölkerung und den Verbrauchern zu zeigen, welche Vorteile diese Art der Hühnerhaltung hat, lädt die fünfköpfige Bauernfamilie im Rahmen der Gläsernen Produktion des Landwirtschaftsamts zum Hoffest am Sonntag, 22. September, von 10 Uhr bis 17 Uhr ein.

Freilandhühner in dritter Generation

Artgerechte Tierhaltung hat auf dem kleinbäuerlichen Familienhof eine lange Tradition. Inzwischen dürfen hier in dritter Generation Hühner im Freien herumlaufen und Sonnen- und Sandbäder genießen. „Die Vermarktung von Eiern war immer schon gut, wie hatten ständig zu wenig. Deshalb haben wir uns Anfang August entschlossen, mit einem fahrbaren Hühnerstall in unser Hühnerglück zu investieren“ schildert Roland Stolbert die Geschäftsidee.

Mobile Hühnerhaltung

Ein bedeutender Vorteil der mobilen Hühnerhaltung liege im optimalen Auslaufmanagement. Legehennen in der Freilandhaltung neigten dazu, die Auslauffläche im stallnahen Bereich sehr intensiv zu nutzen und abzuweiden. Da der fahrbare Stall alle zwei Wochen seinen Standort wechsle, stehe den Hühnern ständig frisches Weideland zur Verfügung und abgeweidete Flächen könnten sich rasch erholen. „Der Verbraucher weiß genau, wo die Eier herkommen und kann sicher sein, dass sie von glücklichen Hühnern aus der Nachbarschaft stammen“, fügte Rolands Frau Dorothee hinzu.

300 Eier jeden Tag

Etwa 300 Eier ernten sie von den 350 Hühnern täglich, ein Huhn legt bis zu 270 Eier im Jahr. Gefüttert werden sie von selbst angebautem Weizen und einer zugekauften Futtermischung. Wenn die Legetätigkeit deutlich nachlässt, kommt das Huhn sprichwörtlich in den Suppentopf. Junghennen werden nachgekauft, aber auch ein paar Küken hobbymäßig aufgezogen. Seit einer Woche steht in der Rotwaldstraße 16 in Königsfeld ein Verkaufsautomat, an dem täglich rund um die Uhr frische Eier und regionale Produkte erhältlich sind.

Gläserne Produktion will aufklären

Neben den Hühnern tummeln sich fünf Rinder und ein Ochse auf den Wiesen, früher war die Mutterkuh-Haltung das Hauptgeschäft. Den mobilen Hühnerhof betreibt das Landwirtspaar mit drei Söhnen im Alter von zwei bis acht Jahren im Nebenerwerb. Er arbeitet als Industriemeister, sie als freiberufliche Hebamme. Nach Auskunft von Birgit Schwarzmeier, zuständige Sachgebietsleiterin im Bereich ländlicher Haushalt und Ernährung beim Landwirtschaftsamt Schwarzwald-Baar-Heuberg, hätten Verbraucher heutzutage keine Ahnung mehr von Landwirtschaft. Deshalb habe das Landwirtschaftsamt 1991 die „Gläserne Produktion“ ins Leben gerufen, um Aufklärung zu betreiben.