Wie ausgestorben waren am Freitagmorgen die Läden in der Friedrichstraße zwischen 11 Uhr und 12 Uhr. Vor dem Café Sapel hingegen bildete sich eine Menschentraube von etwa 40 Personen: Einzelhändler, Bürger, Schüler. Allesamt streikten sie für den Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit.

Sie wollen ein Zeichen setzen und fordern mehr Nachhaltigkeit: Die Königsfelder Einzelhändler.
Sie wollen ein Zeichen setzen und fordern mehr Nachhaltigkeit: Die Königsfelder Einzelhändler. | Bild: Hanna Mayer

Initiator der Aktion ist Reinhard Sapel, Inhaber des Cafés Sapel, der sich mit seiner Idee zunächst an Stephanie Richter, Inhaberin der Buchhandlung Hornscheid richtete. „Wir sind selber überrascht, dass es sich so entwickelt hat und wir so viel positives Feedback bekommen haben“, so Sapel.

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Solidarität zeigen

„Es ist ein Muss, dass wir uns solidarisch erklären mit den jungen Leuten. Unsere Generation hat es verschlafen“, sagt Richter. Das Thema Nachhaltigkeit nehme in Königsfeld einen großen Platz ein, umso wichtiger sei es, in der Gemeinde ein Zeichen zu setzen. Sowohl Reinhard Sapel als auch Stephanie Richter setzen in ihrem Betrieb auf Nachhaltigkeit: keine Plastiktüten, Fair-Trade-Produkte. Während der einen Stunde, in der die Läden geschlossen blieben, wollten die Einzelhändler mit den Passanten ins Gespräch kommen und sich gegenseitig austauschen. Der Streik stieß auf positive Resonanz.

Inge Falk
Inge Falk | Bild: Hanna Mayer
  • Inge Falk, Eine-Welt-Laden: Inge Falk ist es wichtig, auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen und die Demonstrationen zu unterstützen. „Wenn die Kinder es können, können wir es auch“, sagt sie. Wenn viele mitmachen, bringe es auch etwas, ist sie sich sicher. „Wir wollen den Kindern eine heile Welt überlassen.“
Janine Müller
Janine Müller | Bild: Hanna Mayer
  • Janine Müller, Berthold Müller GmbH: Es sind die kleinen Dinge, zu denen jeder Einzelne beitragen kann, findet Janine Müller. In dem Unternehmen, in dem sie arbeitet, werden bereits alle Akten papierlos geführt. Anstatt Plastikflaschen gibt es Glasflaschen. Im privaten Bereich ist es ihr wichtig, die Kinder für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. „Um diese geht es schließlich.“
Beate Berg-Haller
Beate Berg-Haller | Bild: Hanna Mayer
  • Beate Berg-Haller, Kreistagsmitglied der Grünen: Beate Berg-Haller ist froh, dass auch in Königsfeld etwas passiert. „Die Politik muss sich mehr bewegen, sonst können die Ziele bis 2030 nicht erreicht werden“, so Berg-Haller. Kohlekraftwerke müssten ihrer Meinung nach deutlich früher abgestellt werden.
Johannes Krombach
Johannes Krombach | Bild: Hanna Mayer
  • Johannes Kronbach, Fahrradladen Schwarzwald-Bike: Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist ein Thema unserer Generation, sagt Johannes Kronbach. „Unser Wohlstand wird auf den Schultern der Dritte-Welt-Länder abgeladen.“ Klimaschutz sei nicht nur eine Sache der jungen Menschen. Alle müssten umdenken, was Energieverbrauch, Rohstoffe und Ressourcen anbelange.
Luzia Krombach
Luzia Krombach | Bild: Hanna Mayer
  • Luzia Kronbach, Heimerzieher-Auszubildende, Zinzendorfschulen: Von der Aktion hat Luzia Kronbach über ihre Eltern erfahren. Sie findet es wichtig, auf das Thema aufmerksam zu machen. „Gegen den Klimawandel sollte jeder das tun, was in seinem Rahmen möglich ist.“ Vier Freundinnen hat sie mitgebracht. Mehr Klassenkameraden seien nicht gekommen, da mehr als zwei Stunden Fehlzeit als ein Fehltag angerechnet werden. Luzia Kronbach betont aber, dass die Lehrer es auch als ein wichtiges Thema ansehen.
Video: Hanna Mayer
  • Christoph Fischer, Schulpfarrer, Zinzendorfschulen: Christoph Fischer ist mit seiner Klasse gekommen. Generell müssten die Friday for Future-Demonstrationen im Widerstand zur Schule passieren. Es gilt die Regelung, dass wenn Schüler an den Demonstrationen teilnehmen wollen, sie sich einen Tag vorher in der Schule abmelden müssen. Fischer ist es ein Anliegen, dass eine „neue Generation von Denkern“ ensteht. „Diese Welt gehört den Menschen, Tieren und Pflanzen“, so Fischer. Ende Oktober sei an den Zinzendorfschulen ein pädagogischer Tag geplant mit dem Thema „Generation for Future“ mit 14 Workshops, die auch von Schülern organisiert und geleitet werden. Die Teilnahme am pädagogischen Tag sei für die Schüler freiwillig.