Einhundert Jahre Demokratie in Deutschland und 70 Jahre Heilklimatischer Kurort Königsfeld, diese beiden Jubiläen stellte Bürgermeister Fritz Link beim Neujahrsempfang der Gemeinde Königsfeld im gut besetzten Haus des Gastes in den Mittelpunkt seiner Neujahrsansprache.

Die Demokratie in ihrer Lebendigkeit zu erhalten, insbesondere in Zeiten, in denen eine Fülle an nationalen und internationalen Themen für Unsicherheit und Unübersichtlichkeit sorgten, müsse oberstes Ziel aller Bürger sein, appellierte Link und zitiert Honoré der Balzac, der Geduld und Zeit als wesentliche Voraussetzungen für menschliches Können nannte. Zu dieser Unsicherheit kämen große Aufgaben hinzu, die es zu lösen gelte. Wie beispielsweise die Integration Hunderttausender von Menschen, das Verhindern eines weiteren Erstarkens europaskeptischer, populistischer und extrem rechter Parteien, die Lösung von Freihandelskonflikten zwischen den USA und der EU wie auch die Beendigung schwelender Konflikte im Nahen Osten und im Jemen. Angesichts dieser großen Herausforderungen seien Geduld und Zeit zwei wichtige Voraussetzungen diese und künftige Herausforderungen zu meistern.

Rückblickend schaue man auf 100 Jahre Demokratie, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre deutsche Einheit, alles Anlässe zum Feiern. Zu Recht sei man stolz auf die Überwindung der Nazi-Diktatur und auf das Grundgesetz, auf eine parlamentarische Parteiendemokratie und auf die, durch unsere Verfassung garantierte, Unantastbarkeit jedes Menschen. Die Basis für diese demokratischen Grundprinzipien liege in den Gemeinden und somit in den Händen der Bürger, erinnert Link daran, dass es einmal anders war. Mehrfach habe man in Deutschland erlebt, dass selbstbewusste Bürger und selbstverwaltete Kommunen in totalitären Staaten wie dem Dritten Reich oder der DDR nicht erwünscht waren, so Link.

"Lassen Sie uns auch mit Andersdenkenden diskutieren, wenn diese mit Argumenten und nicht mit Wutkeulen ihre anders lautende Meinung vertreten", appellierte der Bürgermeister an ein demokratisches Miteinander. Demokratie lebe auch von Differenz und Widerspruch. Außerdem lebe Demokratie davon, dass jeder Bürger von seinem Wahlrecht, sei es in aktiver wie auch in passiver Form, Gebrauch mache, so Link, und das beginne bereits in den Gemeinden.

Zur Gemeinde Königsfeld berichtete Bürgermeister Link von erfolgreichen Jugendprojekten wie dem geplanten DiscGolfPark, den Vitalparcours und dem offenen Jugendtreff sowie dem Downhill-Parcours, dessen Einweihung man im Frühjahr feiern könne. Mit derzeit 45 Flüchtlingen leiste Königsfeld einen wichtigen Beitrag und stehe kreisweit an fünfter Stelle, was nur dank eines überdurchschnittlichem ehrenamtlichen Engagement zu schultern sei.

Weiter appellierte Link an die Gegner der geplanten Mobilfunkstandorte in Neuhausen und Erdmannsweiler, mehr demokratisches Verständnis zu zeigen und ihre Interessen nicht über die aller anderen zu stellen. Zeit und Geduld brauche man auch bei einem weiteren strittigen Unternehmen. Die Wiederherstellung des Zinzendorfplatzes nach spätbarocken Gestaltungsprinzipien sei für die Gemeinde ein echtes Alleinstellungsmerkmal, warb er. Seit 1949 trage Königsfeld die Auszeichnung eines Heilklimatischen Kurorts und jüngst habe man als Ergebnis einer langfristigen Messung erneut eine herausragende Luftqualität bescheinigt bekommen. Um dem Anspruch eines Kurortes gerecht werden zu können, entstehe aktuell ein weiteres Pflegeheim, die Ausweisung neuer Wohnbauflächen in Burgberg sei auf den Weg gebracht und auf der Kinderweide solle nach Klärung der noch offenen Investoren- und Betreiberfragen ein Hotel-Resort angesiedelt werden. Das zeige, dass vieles angepackt werde und man solle dies als gemeinsame Aufgabe annehmen, so Fritz Link.