Kaum ein Thema hat in der jüngeren Vergangenheit in der Gemeinde solch hohe Wellen geschlagen wie die Neugestaltung des Zinzendorfplatzes. Den Kritikern des Vorhabens ging es dabei vor allem um den Erhalt des Baumbestands. Seit Beginn der Arbeiten im Februar ist es allerdings recht ruhig geworden. Es habe ein Umdenken in der Bevölkerung gegeben, meint Bürgermeister Fritz Link.

"Die Akzeptanz ist deutlich gestiegen", sagte der Verwaltungschef im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Mit zunehmendem Baufortschritt gehe ein spürbarer, positiver Stimmungsumschwung einher. Das habe sich erst kürzlich bei einem Gemeindebesuch von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und einer Baustellenführung für interessierte Bürger gezeigt.

Auch was die zeitliche Umsetzung des Projekts angeht, zeigt sich Bürgermeister Link zufrieden. "Es gibt bisher keine baulichen Überraschungen", sagt er. Trotz der anfänglichen Verzögerung wegen der Witterung liegen die Arbeiten voll im Zeitplan. Und auch bei den Kosten gehe die Verwaltung bislang von einer Punktlandung aus. Rund 2,7 Millionen Euro investiert die Gemeinde in die Umgestaltung des Platzes.

Gefördert wird das Projekt mit rund 1,1 Millionen Euro aus dem Sanierungsprogramm Denkmalschutz West des Landes Baden-Württemberg. Ein solches Großprojekt fordere enormen Koordinations- und Managementaufwand, sagte Fritz Link. "So ein Projekt schulter man nicht ohne weiteres." Deshalb gebühre sein Dank den Mitarbeitern in der Verwaltung, im Ortsbauamt und im Bauhof.

Der Zeitplan sieht bis Jahresende vor, dass die Sanierung von zwei der um den Platz führenden Straßen abgeschlossen sein sollen. Zudem soll bis dahin die Neupflanzung von Linden auf dem Platz erfolgt sein. 2019 folgen dann die Sanierung der Waldstraße und landschaftsgärtnerische Arbeiten. Die offizielle Eröffnung des neuen Zinzendorfplatzes ist dann für Donnerstag, 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, vorgesehen.

Das wäre das Ende eines jahrelangen Prozesses. 2016 wurde der Plan zur Sanierung den Königsfeldern in einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Es folgten mehrere Bürgerwerkstätte. Damals ging man noch von einem Baustart im Jahr 2017 aus. Doch gegen den abschließenden Entschluss des Gemeinderats kam erheblicher Widerstand auf. Kritiker argumentierten, dass das Ergebnis der Bürgerwerkstatt, bei dem mehr Bäume erhalten worden wären, ignoriert worden sei.

Am Ende musste sich sogar der baden-württembergische Landtag mit der Thematik befassen. Denn die Gegner der beschlossenen Variante reichten eine Petition ein. Der Baustart wurde deshalb seitens der Gemeinde bis zur Entscheidung des Petitionsausschusses und des Landtags ausgesetzt. Im November 2017 entschied der Landtag, der eingereichten Petition nicht stattzugeben.