Hunger, Armut und Krankheit auf der einen, exotische Landschaften und Urwaldromantik auf der anderen Seite – auf diese Bilder von "Afrika" beschränkt sich die Vorstellung vieler Menschen in Europa. "In unserer Gesellschaft herrscht eine sehr einseitige und undifferenzierte Vorstellung von dem, was "Afrika" ist", bemängelt Nadine Segadlo, Gründungsmitglied im Verein Bridging Gaps, der sich unter anderem gegen Alltagsrassismus in Deutschland einsetzt, aber auch Projekte in Südafrika betreibt. "Man hat bestimmte Bilder im Kopf. Aber das ist eben nur eine Seite. Es gibt auch andere Bilder und andere Geschichten, die hier bei uns nicht erzählt werden. Das wissen wir, die wir alle einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in einem afrikanischen Land geleistet haben, aus eigener Erfahrung."

Um diesen anderen Blick auf die Lebenswirklichkeit in den unterschiedlichen afrikanischen Ländern zu eröffnen, hat Bridging Gaps zusammen mit der WinD-Gruppe Konstanz, einem Netzwerk ehemaliger Weltwärts-Freiwilliger, und in Kooperation mit der Integrationsbeauftragen der Stadt und dem Ehemaligenverein der Universität die Ausstellung "Sichtwechsel" in den Bürgersaal geholt.

Geschaffen wurde die Fotoausstellung von den WinD-Gruppen in Mannheim und Heidelberg, die die Kontakte aus ihrer Freiwilligen-Zeit in afrikanischen Ländern, aber auch die sozialen Medien nutzten, um einen Aufruf zu starten. Menschen in den pulsierenden afrikanischen Metropolen Addis Abeba (Äthiopien), Kigali (Ruanda) und Lagos (Nigeria) sollten ihre Stadt, ihre Lebenswelt fotografisch festhalten. Entstanden sind beeindruckende Fotos, die monumentale Bauten und moderne Skylines ebenso zeigen wie Großbaustellen und den täglichen Weg zur Arbeit mit dem Motorrad.


Die Ausstellung ist bis zum 14. Mai täglich zu den Öffnungszeiten von 17 bis 21 Uhr (Montag bis Freitag) bzw. 11 bis 18 Uhr (Samstag und Sonntag) zu sehen. Montag bis Freitag werden um 18 Uhr, Samstag und Sonntag um 16 Uhr öffentliche Führungen angeboten.