Leinwandgroße, doch filigrane und der fein gewobenen Spitze ähnlichen Papierwerke, geschnitten und dezent bemalt, hängen nun im Kunstraum Königsfeld. Die Königsfelder Künstlerin, Miriam Huschenbeth stellt dort ihre Arbeiten vorwiegend mit ihrer Lieblingstechnik, nämlich dem Scherenschnitt, am Sonntagvormittag vor. Sie bevorzugt diese Technik in erster Linie, denn die Werke scheinen sich zwischen den Dimensionen zu befinden, obwohl die Scherenschnitte selbst zweidimensional sind. Es entstehen aber durch die im Raum frei hängenden Scherenschnitten Durchblicke, und der Raum dahinter wird miteinbezogen. Diese Räume sind im übertragenen Sinne kein reale, sondern viel eher innere Räume. Sie speigeln Gefühle, Gedanken und all das Befinden, die einen Menschen ausmachen.

Symbole des Lebens und des Todes

Seit 2003 beschäftigt sich die Künstlerin mit dieser Technik und arbeitet dabei mit einem einfachen Teppichmesser, nachdem sie manche Papiere vorab schon mit Farbe oder Stift bearbeitet hat. Dabei entstehen lebendige Werke, auf denen die vorgemalte Figur ausschlaggebend ist. Darum herum kann der Betrachter in das Papier geschnittene Symbole des Lebens und des Todes sowie der Freude und der Trauer und vieles mehr entdecken.

Die Ausstellung im Königsfelder Kunstraum wird am Sonntag, 1. März, eröffnet.
Die Ausstellung im Königsfelder Kunstraum wird am Sonntag, 1. März, eröffnet. | Bild: Eszter Bodo

Huschenbeth gibt dabei ihrer Fantasie freien Lauf: „Das sind für mich Befindlichkeiten, die jetzt von mir ausgehen, aber im Grunde sind diese Figuren eine Transformation für jeden Menschen, der Befindlichkeiten hat“, sagt die Künstlerin.

Vier Monate für ein größeres Werk

Zwischen Hausfrau und Muttersein sowie der Arbeit als Kunstlehrerin am St. Ursula Gymnasium in Villingen-Schwenningen braucht die in Schramberg geborene Künstlerin vier Monate für einen größeren Scherenschnitt. Immer wieder arbeitet sie auch acht Stunden am Stück an einem Projekt. Studiert hat die Königsfelderin übrigens an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe sowie an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

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Die praktische Frage der Verzweiflung, ob das einen Sinn macht, stellt sich immer wieder: „Was für eine komische Vision ist in mir, dass ich damit soviel Zeit verbracht habe“, fragt sie sich jedes Mal. Die Antwort des Betrachters ist jedoch eindeutig und abseits der materiellen Welt.

Ein Scherenschnitt von Miriam Huschenbeth.
Ein Scherenschnitt von Miriam Huschenbeth. | Bild: Eszter Bodo

Vernissage am Sonntagvormittag

Die Eröffnung der Ausstellung „Cut out – Zwischenräume“ findet im Königsfelder Kunstraum am Sonntag, 1. März, um 11.30 Uhr statt. Dabei beginnt Miriam Huschenbeth zusammen mit der Schauspielerin Kristin Gerwien mit der Performance „Ein gemeinsames Für-sich-sein“. Einleitende Worte spricht das Beitragsmitglied des Kunstvereins Königsfeld, Axel E. Heil.