Nicht alles ist Gold, was glänzt – das könnte das Motto der diesjährigen Jahresausstellung im Königsfelder Kunstraum sein. Die zahlreichen Kunstwerke der 40 teilnehmenden Künstler wurden allesamt vom Thema Gold inspiriert und erwecken beim Betrachten die unterschiedlichsten Gedanken. Eine Ausstellung im Kunstraum, die auch die Schattenseiten des wertvollsten Metalls der Welt darstellt: anspruchsvoll und sehenswert, aber auch provokativ, nachdenklich und auch der informative Aspekt kommt nicht zu kurz.

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Goldene Info-Box

Mitten auf der Ausstellungsfläche hat das Vereinsteam eine glänzende Info-Box errichtet, in der man auch weniger Glänzendes zum Thema Gold erfahren kann: Wo, wie und unter welchen Umständen wird Gold gefördert und gewonnen? Welche gesundheitlichen sowie Umweltfragen sollen dabei gestellt werden? Wie existiert Gold als Spekulationsobjekt? Was symbolisiert die Farbe Gold in unserer Nationalflagge? Auch zahlreiche Sprüche sowie Gold als Werbemittel für Klopapier und Katzenfutter beweisen, wie das Material Gold von der Konsumgesellschaft bewertet wird.

Manfred Molicki, Vorsitzender des Vereins Kunstkultur Königsfeld eröffnet die Jahresausstellung „Gold“.
Manfred Molicki, Vorsitzender des Vereins Kunstkultur Königsfeld eröffnet die Jahresausstellung „Gold“. | Bild: Eszter Bodo

„Gold ist ein nicht magnetisches und doch das anziehendste Metall“, sagte Manfred Molicki, Vorsitzender des Vereins Kunstkultur Königsfeld, in seiner Eröffnungsrede. Sogar Partnerschaften und Freundschaften seien einem Gold wert, wobei diese menschlichen Schätze nach seiner Ansicht unbezahlbar seien, fügte Molicki hinzu.

Gold im Kleinen

Die Künstlerin Angela Flaig hat unterschiedliche Samen gesammelt, um daraus nach langen Arbeitsprozessen zierlich feine Kunstwerke zu schaffen. Zur diesjährigen Jahresausstellung nahm sie winzig kleine Distelsamen mit kleinen goldig schimmernden Pünktchen in der Mitte und legte diese mit einer Pinzette Schicht für Schicht neben- und aufeinander, bis wunderschöne, dreidimensionale Formen entstanden sind. Die in Rottweil lebende Künstlerin findet, es sei eine Art Meditation, die naturbelassenen Stoffe, welche ursprünglich Heilpflanzen seien und zum Wohle des menschlichen Organismus beitragen, zu bearbeiten.

Angelika Flaig und ihr Kunstwerk „Mariendistel-Schale“.
Angelika Flaig und ihr Kunstwerk „Mariendistel-Schale“. | Bild: Eszter Bodo

Kühler wird es bei den Kunstwerken von Axel Heil: In seinen beiden Werken ist Heil, Beirat im Kunstverein und Ideengeber der Ausstellung, dem Wortspiel „Gold, Colt und cold“ nachgegangen und hat auf technischen Zeichenblättern an mathematische Gleichungen erinnernde Bilder kreiert zum Thema Geld, Pistole und der dadurch entstehenden Kälte, dem Tod.

Axel Heil mit seinen Kunstwerken „Gold + Colt = cold“ und „cold = Gold + Colt“
Axel Heil mit seinen Kunstwerken „Gold + Colt = cold“ und „cold = Gold + Colt“ | Bild: Eszter Bodo

Erinnerung an Lore Will

Im Fenster des Kunstraumes hängen zwei Gemälde der ehemaligen Königsfelder Künstlerin Lore Will, welche in diesem Jahr verstorben ist. Sie malte ihre beiden Werke Anfang des Jahres für die Ausstellung. Ihre gemalten Goldfische sind fröhlich und lebensfreudig und erinnern sowohl an die Künstlerin als auch an die wahren Werte im Leben.