Im Rahmen der Albert-Schweitzer-Tage war es für die Organisatoren des Historischen Vereins sicherlich nicht ganz einfach, die vielen Gäste unterzubringen, die am Sonntagnachmittag zum Hauskonzert mit Gabriele und Regina König auf Albert Schweitzers Tropenklavier ins Albert-Schweitzer-Haus gekommen waren. Was auch nicht verwunderlich sei, so konnte Renate Siebörger vom Historischen Verein in ihrer Begrüßung erfreut feststellen, da die Gäste zum Konzert gleich eine zweifache Premiere erleben durften. So sei dies das erste Konzert auf dem Tropenklavier von Albert Schweitzer. Eines von mehreren, die er besessen habe, und dieses hatte er seiner Enkeltochter Christiane Engel vermacht. Zudem spielten die beiden Musikerinnen vierhändig und vierfüßig.

Nachdem es dann jahrelang im Keller von Günsbach gestanden sei, sei die Idee aufgekommen, dieses Tropenklavier zu restaurieren und es nach Königsfeld als Dauerleihgabe zu übergeben. Der Historische Verein und die Gemeinde hätten sehr viel Geld in die Hand nehmen müssen, um das Klavier wieder auf Vordermann zu bringen und den Transport zu bewerkstelligen. "Jetzt sind wir jedoch sehr froh, dass wir das gemacht haben", so Renate Siebörger. Natürlich musste solch ein Tropenklavier ganz besondere Bedingugen erfüllen, so erläuterte sie: das Holz, in diesem Falle Birnbaum, müsse ganz besonders hart und besonders verleimt sein, damit die feuchte tropische Hitze diesem Klavier nichts anhaben konnte. Das Klavier, das nun im Albert-Schweitzer Haus stehe, sei ihm von einer kleinen Klavierfirma in Frankreich geschenkt worden.

Gabriele und Regina König hätten sich bereit erklärt, dieses Tropenklavier im Rahmen der Albert-Schweitzer-Tage zu spielen. Sie habe die beiden schon oft vierhändig spielen hören, jedoch nun auf diesem Klavier auch noch vierfüßig.

Von Regina und Gabriele König wurden die einzelnen Stücke ausführlich moderiert, so wie zur Eröffnung "Jesus bleibt meine Freude" von Johann Sebastian Bach, zu dem die Pianistin ausführlich auf die Lebensgeschichte und das Wirken des Lieblingskomponisten von Albert Schweitzer einging. Unter dem Motto "Eine musikalische Reise zu vier Händen" führten die einzelnen Vorträge mit weiteren Kompositionen von Clara Schumann und Johannes Brahms von Deutschland zu Johann Strauß nach Österreich, Dvorak und Smetana nach Tschechien und mit Reinhold Glière nach Russland. Norwegen präsentierte sich mit Werken von Edward Grieg, die Vereinigten Staaten waren mit Scott Joplin vertreten und zum Abschluss des Hauskonzerts folgte nochmals eine Jazzkomposition von Manfred Schmitz.