Es ist eine wilde Mischung aus Frisbee, Minigolf und Golf, die Joachim Klingner am Mittwochabend im Königsfelder Ortsteilrat vorstellte. Discgolf ist eine vor allem in den USA und in Finnland populäre Freizeitsportart, die nun auch in Königsfeld gespielt werden soll. Zumindest hat Klingner dies in den vergangenen Wochen angeregt. Jetzt hat der Ortsteilauschuss Königsfeld zugestimmt, eine Planungsrate zur Erstellung einer Kostenschätzung in den Haushalt des Jahres 2019 aufzunehmen und auch eventuelle Fördermöglichkeiten zu prüfen.

Entdeckt hat Joachim Klingner die exotische Sportart während einer Neuseeland-Reise. "Vom Prinzip her ist es ähnlich wie beim Golf", erklärte er den Ausschussmitgliedern die Spielweise. Statt mit Schläger und Ball wird mit speziellen Frisbee-Scheiben gespielt. Anstelle der Löcher auf dem Golfplatz treten Metallkörbe, in die das Frisbee geworfen werden muss. Ziel ist es, die Discgolf-Scheibe mit möglichst wenigen Würfen in den Korb zu verfrachten. Damit es nicht langweilig wird, sind verschiedene Hindernisse auf den zwischen 50 und 250 Meter langen Kursen zu finden. Dazu zählen etwa Bäume oder andere natürliche Hindernisse. Wie beim Golf hat eine ausgewachsene Discgolf-Anlage 18 Bahnen. Allerdings gibt es auch Anlagen mit neun oder zwölf Körben. "Discgolf ist wirklich ein spannender Sport für jedermann, vom Grundschulkind bis zum Reha-Patienten", sagte Klingner.

Die Fitness werde beim Discgolf nicht stärker beansprucht als bei einem Waldspaziergang. Zudem werde die Beweglichkeit und das körperliche Wohlbefinden gesteigert. Ein weiterer Vorteil sei, dass für den Parcours keine Bäume gefällt werden müssen. "Die Eingriffe in die Natur sind minimal, weil man im Gegensatz zu einem Golfplatz mitten in der Natur spielt", so Klingner. Besonders teuer sei der Sport zudem auch nicht. Ein Frisbee koste etwa zehn Euro, die meisten Anlagen stellen sie für eine kleine Gebühr zur Verfügung. Um das Potenzial der Trendsportart zu untermauern, führte Joachim Klinger den Ortschaftsräten zwei Filme vor.

Bürgermeister Fritz Link zeigte sich wie die übrigen Ausschussmitglieder von dem Plan überzeugt und begeistert. "Es ist ein tolles Freizeitangebot, das keine Flächen frisst und wofür keine Bäume gefällt werden müssten. Es passt auch gut zu Königsfeld." Die Kosten seien mit etwa 1000 Euro pro Bahn überschaubar, der Aufwand für die Pflege der Anlage gleich null. Wo genau der Parcours entstehen soll, muss noch diskutiert werden. So wären zum Beispiel die Wiese beim Minigolfplatz sowie der Wald südlich des Freibades geeignet. Eine Discgolf-Anlage wäre zudem ein Alleinstellungsmerkmal. Der nächste Parcours steht in Reutlingen.