Mit dem Startschuss für die Pflanzung der neuen Linden auf dem Zinzendorfplatz nehmen die Landschaftsbauarbeiten in der historischen Ortsmitte Königsfelds ihren planmäßigen Fortgang. "Wir liegen voll im Zeitplan", so Bürgermeister Fritz Link bei der Einpflanzung der ersten von 27 neuen Linden auf dem neu gestalteten Zinzendorfplatz.

"Der Herbst ist die passende Jahreszeit zum Einpflanzen neuer Bäume", erklärt Landschaftsarchitekt Marius Weißhaupt. Damit die Bäume auch den Winterstürmen standhalten, kommen spezielle Bodenanker zum Einsatz. Die 27 Winter-Linden sind schon 20 Jahre alt und zeichnen sich durch langsames Wachstum und einen engen und nicht allzu hohen Bewuchs aus. Das dient vor allem dem Freihalten der Sichtachsen des Platzes.

Die Winter-Linden aus Wilhelmshaven vor dem Einpflanzen.
Die Winter-Linden aus Wilhelmshaven vor dem Einpflanzen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Die Bäume haben eine längere Reise aus einer großen Baumschule bei Wilhemshaven hinter sich, bevor sie nun auf dem Zinzendorfplatz heimisch werden dürfen. "Wir haben im Vorfeld einige Baumschulen besucht, um sicher zu stellen, dass wir die richtigen Bäume für unseren neu gestalteten Platz finden", erläutert Ortsbaumeister Jürg Scheithauer.

Der Zinzendorfplatz von oben betrachtet in seiner quadratischen, barocken Anordnung. Bilder: Hans-Jürgen Götz
Der Zinzendorfplatz von oben betrachtet in seiner quadratischen, barocken Anordnung. Bilder: Hans-Jürgen Götz

Dabei werden die Bäume in der historischen, axialen Wegkreuz-Anordnung auf dem Platz angepflanzt, wie er bereits im 18. Jahrhundert von den Herrenhutern geplant und gebaut wurde. Der Wiederbegründer der böhmisch-mährischen Brüdergemeinde, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, ist von der barocken Ästhetik geprägt. Dazu gehörte die Freude an aufwendigen Garten- und Platzanlagen.

Dementsprechend greift die Wiederherstellung des historischen Zinzendorfplatzes die axiale Grundausrichtung des 90 mal 90 Meter großen Platzes nach den Häuserkanten der umgebenden Bebauung auf. Königsfeld ist eine von nur 26 Kommunen in Baden-Württemberg, die den Ensemble-Schutz als höchste Form denkmalschutzrechtlicher Einstufung genießt.

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"Die neuen, dem Wegeverlauf beziehungsweise den Platzkanten folgenden Baumstandorte entsprechen den spätbarocken Vorgaben der Ursprungspläne", erläutert Wolfgang Schaible, Vorsitzender des historischen Vereins. Zusammen mit dem Altbestand finden sich dann auch wieder genau 36 Bäume auf dem Gelände, wie bereits vor dem Umbau.

"Wir freuen uns, dass dieser Platz der Begegnung auch von unseren Schülern in den Pausen genutzt werden kann", so Schulpfarrer Christoph Fischer. Seine Schüler haben auch eine Foto- und Video-Dokumentation über den Platz vorbereitet, die am 30. November präsentiert werden soll.